Deutsche Nobelpreisträger


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Wie viele deutsche Nobelpreisträger gibt es?

Von 1901 bis 2020 gibt es insgesamt 85 deutsche Nobelpreisträger, darunter 29 Chemie-Nobelpreisträger, 26 Physik-Nobelpreisträger, 17 Physiologie- oder Medizin-Nobelpreisträger, 8 Literatur-Nobelpreisträger, 4 Friedensnobelpreisträger und ein Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften (wird erst seit 1969 verliehen).

Wie viele Deutsche erhielten den Friedensnobelpreis?

Bislang gibt es nur 4 deutsche Friedensnobelpreisträger: Der erste deutsche Nobelpreisträger war Gustav Stresemann (1926), es folgten Carl von Ossietzky (1935), der deutsch-französische Arzt Albert Schweitzer (1954) und zuletzt der damalige Bundeskanzler Willy Brandt (1971).

Mit Klick auf  finden Smartphone- & Tablet-User u.a. die Begründungen des Nobelpreis-Komitees zur Verleihung des Preises an alle 85 deutsche Nobelpreisträger.

 Nächste Liste  Chemische Elemente

JahrDeutsche NobelpreisträgerGeborenGestorbenNobelpreisBegründung des Komitees
1901Emil von Behring1854 in Hansdorf in Preußen1917 in MarburgPhysiologie oder MedizinDer Mediziner, Immunologe, Serologe und Bakteriologe ist (neben Wilhelm Conrad Röntgen) der erste deutsche Nobelpreisträger überhaupt. Er erhielt die Ehrung für „seine Arbeiten über Serumtherapie und besonders für deren Anwendung gegen Diphtherie, mit denen er der medizinischen Wissenschaft neue Wege erschloss und dem Arzt eine erfolgreiche Waffe im Kampf gegen Krankheit und Tod gegeben hat“. Mit seiner passiven Schutzimpfung wurde er im Ersten Weltkrieg zum „Retter der Soldaten“ geehrt.
1901Wilhelm Conrad Röntgen1845 in Lennep bei Remscheid1923 in München PhysikAm 8. November 1895 entdeckte Röntgen an der Würzburger Universität die nach ihm benannten X-Strahlen und erhielt dafür den allerersten Nobelpreis der Physik. Der deutsche Wissenschaftler hatte übrigens kein Abitur und durfte deshalb auch seine Doktorarbeit nicht veröffentlichen.
1902Theodor Mommsen1817 in Garding in Schlesien1903 in CharlottenburgLiteratur„Dem gegenwärtig größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst, mit besonderer Berücksichtigung seines monumentalen Werkes Römische Geschichte erhielt er der deutsche Historiker den erst zweiten Literatur-Nobelpreis der Geschichte – nach dem Franzosen Sully Prudhomme.
1902Emil Fischer1852 in Euskirchen1919 in WannseeChemieAls Anerkennung des „außerordentlichen Verdienstes, den er sich durch seine synthetischen Arbeiten auf dem Gebiet der Zucker- und Puringruppen erworben hat“.
1905Robert Koch1843 in Clausthal1910 in Baden-BadenPhysiologie oder MedizinDer deutsche Mediziner, Mikrobiologe und Hygieniker erhielt den Preis „für seine Untersuchungen und Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose“. Bereits 1881 fand er das Tuberkulosebazillus, welches zur Entwicklung eines Heilmittels nötig war. Ein Jahr später entdeckte er zudem den Cholera-Erreger. 
1905Philipp Lenard 1862 in Preßburg, heute Bratislava1947 in MesselhausenPhysikDer Physiker, Nazi-Anhänger und Antisemit erhielt den Preis für seine „Forschung im Bereich Festkörper und Atomphysik und seine Arbeiten über die Kathodenstrahlen und die Entwicklung der Elektronentheorie“.
1905Adolf von Baeyer1835 in Berlin1917 in StarnbergChemieAdolf „Ritter“ von Baeyer erhielt den Preis für seine „Entwicklung der organischen Chemie und der chemischen Industrie durch seine Arbeiten über die organischen Farbstoffe und die hydroaromatischen Verbindungen erworben hat“.
1907Eduard Buchner1860 in München1917 in Focșani, RumänienChemieFür seine „biochemischen Untersuchungen und die Entdeckung der zellfreien Gärung“. Buchner zog 1917 als nationalbewusster Freiwilliger im Alter von 57 Jahren in den Ersten Weltkrieg und starb nach einer schweren Verwundung.
1908Paul Ehrlich1854 in Strehlen bei Breslau in Schlesien1915 in Bad Homburg vor der HöhePhysiologie oder MedizinDer Chemiker und Mediziner erhielt den Nobelpreis zusammen mit dem russischen Bakteriologen und Immunologen Ilja Iljitsch Metschnikow  (1845-1916) „als Anerkennung ihrer Arbeiten über die Immunität“. Dank seiner Färbemethode konnten verschiedene Arten von Blutzellen unterschieden und somit Blutkrankheiten diagnostiziert werden. Mit seiner medikamentösen Behandlung der Syphilis begründete er zudem die moderne Chemotherapie.
1908Rudolf Eucken1846 in Aurich, Ostfriesland1926 in JenaLiteraturDer deutsche Philosoph bekam den Nobelpreis für Literatur „auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“.
1909Karl Ferdinand Braun 1850 in Fulda1918 in New York CityPhysikDer in Fulda geborene Karl Braun erhielt den Nobelpreis zusammen mit dem italienischen Physiker Guglielmo Marconi (1874-1937) für die „Forschung an elektromagnetischer Strahlung und zur Entwicklung der drahtlosen Telegrafie“.
1909Wilhelm Ostwald1853 in Riga im Russischen Reich1932 in LeipzigChemieDer deutsch-baltische Chemiker und Philosoph erhielt den Nobelpreis „als Anerkennung für seine Arbeiten über die Katalyse sowie für seine grundlegenden Untersuchungen über chemische Gleichgewichtsverhältnisse und Reaktionsgeschwindigkeiten“.
1910Otto Wallach1847 in Königsberg in Preußen1931 in GöttingenChemieFür seine „Forschung auf dem Gebiet der organischen Chemie und der chemischen Industrie sowie durch seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der alicyclischen Verbindungen“.
1910Albrecht Kossel1853 in Rostock1927 in HeidelbergPhysiologie oder MedizinFür seine „Arbeiten über Eiweiße einschließlich der Nukleine für unsere Kenntnis der Chemie der Zelle geleistet haben“. Der DNA-Pionier bezeichnete die Substanzen des Zellkerns noch als Nukleine, die ab 1953 in DNS umbenannt wurden. 
1910Paul Heyse1830 in Berlin1914 in MünchenLiteraturDer deutsche Schriftsteller und Dramatiker erhielt den NP „als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer Auffassung geprägte Künstlertum, das er während einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen an den Tag gelegt hat“. Heyse schrieb rund 180 Novellen, acht Romane und 68 Dramen.
1911Wilhelm „Willy“ Wien1864 in Gaffken in Ostpreußen1928 in MünchenPhysikFür seine „Arbeiten und Entdeckungen der Gesetze der Wärmestrahlung (Wiensches Verschiebungsgesetz)“.
1912Gerhart Hauptmann1862 in Ober Salzbrunn in Schlesien1946 in Agnieszków (Agnetendorf) in NiederschlesienLiteraturDer deutsche Dramatiker und Schriftsteller erhielt den Literatur-Nobelpreis „vornehmlich für seine reiche, vielseitige, hervorragende Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung“.
1914Max von Laue1879 in Pfaffendorf (heute Koblenz)1960 in West-BerlinPhysikFür seine „Entdeckung der Beugung von Röntgenstrahlen beim Durchgang durch Kristalle“.
1915Richard Willstaetter1872 in Karlsruhe1942 in Muralto, Kanton Tessin, CHChemieFür seine „Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, vor allem des Chlorophylls“.
1918Fritz Haber1868 in Breslau1934 in BaselChemieFür seine „Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von synthetischem Ammoniak“ (Haber-Bosch-Verfahren). Haber gilt auch als „Vater des Gaskriegs“, der den Einsatz von Giftgasen während des 1. Weltkriegs leitete. Zusammen mit Georg Bruchmüller entwarf er 1917 zusätzlich das sog. „Buntschießen“. Dabei wurden nicht tödlich wirkende Kampfstoffe vom Typ Blaukreuz oder Weißkreuz gezielt mit tödlichen Kampfstoffen vom Typ Grünkreuz zu „Buntkreuz“ kombiniert.
1918Max Planck1858 in Kiel1947 in GöttingenPhysikAls Anerkennung des Verdienstes, den er sich durch die „Entdeckung der Energiequanten um die Entwicklung der Physik erworben hat (Theorie der Quantisierung)“. Dank seiner Entdeckung machte die Physik einen Quanten-Sprung in die Zukunft.
1919Johannes Stark1874 in Schickenhof 
(heute Freihung)
1957 bei TraunsteinPhysikDer Physiker, Nazi-Anhänger und Antisemit bekam den Nobelpreis für seine „Entdeckung des Doppler-Effekts bei Kanalstrahlen und der Aufspaltung der Spektrallinien im elektrischen Feld (Stark-Effekt)“.
1920Walther Hermann Nernst1864 in Briesen (Westpreußen)1941 in Zibelle (Oberlausitz)ChemieAls Anerkennung „für seine thermochemischen Arbeiten“. Der Preis wurde ihm erst 1921 verliehen. Als kriegsbegeisterter Patriot entwickelte er in der sog. Nernst-Duisburg-Kommission (zusammen mit dem Chemiker Carl Duisberg) chemische Kampfstoffe wie Blausäure, Chlorgas, Phosgen, Diphosgen und Triphosgen jene Kampfstoffe, die „mit Granaten an den Feind gebracht werden konnten“.
1921Albert Einstein1879 in Ulm1955 in Princeton, New Jersey, USAPhysikDer geniale Forscher und Pazifist bekam den Physik-Nobelpreis nicht für seine Relativitätstheorie (wie viele glauben), sondern für seine „Verdienste um die theoretische Physik, insbesondere für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts“.
1922Otto Meyerhof1884 in Hannover1951 in Philadelphia, Pennsylvania, USAPhysiologie oder MedizinDer Biochemiker erhielt – gemeinsam mit dem Engländer Archibald Vivian Hill (1886-1977) – den Preis „für seine Entdeckung des Verhältnisses zwischen Sauerstoffverbrauch und Milchsäureproduktion im Muskel“.
1925Gustav Hertz1887 in Hamburg1975 in Ost-BerlinPhysikZusammen mit dem Deutsch-Amerikaner James Franck (1882–1964) für ihre „Entdeckung der Gesetze, die den Zusammenstoß eines Elektrons mit einem Atom beschreiben (Franck-Hertz-Versuch)“.
1925Richard Zsigmondy1865 in Wien1929 in GöttingenChemieFür die „Aufklärung der heterogenen Natur kolloidaler Lösungen sowie für die dabei angewandten Methoden, die grundlegend für die moderne Kolloidchemie sind“.
1926Gustav Stresemann1878 in Berlin1929 in BerlinFriedenDer deutsche Reichskanzler und Reichsminister des Auswärtigen Gustav Stresemann strebte eine Verbesserung der Beziehungen mit Frankreich an. Als „Verhandlungspartner des Vertrages von Locarno“ – erhielt er gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand  (1862-1932) – den Friedensnobelpreis.
1927Heinrich Wieland1877 in Pforzheim1957 in MünchenChemieFür seine „Forschungen über die Zusammensetzung der Gallensäure und verwandter Substanzen“.
1927Alfred Ludwig Quidde1858 in Bremen1941 in Genf, CHFriedenDer pazifistische Historiker, Aktivist und Politiker erhielt den Friedensnobelpreis – zusammen mit dem französischen Pädagogen Ferdinand Buisson (1841-1932) – „für die Organisation mehrerer internationaler Friedenskonferenzen“.
1928Adolf Windaus1876 in Berlin1959 in GöttingenChemieDer deutsche Nobelpreisträger erhielt den Preis für seine „Verdienste um die Erforschung des Aufbaus der Sterine und ihres Zusammenhanges mit den Vitaminen“.
1929Thomas Mann1875 in Lübeck1955 in Zürich, CHLiteraturDer Schriftsteller erhielt den Preis für sein Gesamtwerk bzw. Lebenswerk, darunter natürlich seine weltberühmten Romane Die Buddenbrooks (1901), Tod in Venedig (1912) und Der Zauberberg (1924).
1930Hans Fischer1881 in Höchst am Main1945 in MünchenChemieDer deutsche Nobelpreisträger erhielt den Preis für seine „Arbeiten über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“.
1931Otto Warburg1883 in Freiburg im Breisgau1970 in West-BerlinPhysiologie oder MedizinDer deutsche Biochemiker, Arzt und Physiologe erhielt den Nobelpreis „für die Entdeckung der Natur und der Funktion des Atmungsferments“. Mit seiner „Warburg-Hypothese lieferte er wesentliche medizinische Grundlagenforschung zur Bekämpfung von Krebszellen und Tumoren.
1931Carl Bosch1874 in Köln1940 in HeidelbergChemieDer deutsche Nobelpreisträger erhielt den Preis – zusammen mit Friedrich Bergius – „für ihre Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren“.
1931Friedrich Bergius1884 in Goldschmieden bei Breslau1949 in Buenos Aires, ARGChemieDer deutsche Nobelpreisträger bekam – zusammen mit Carl Bosch – „für ihre Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren“.
1932Werner Heisenberg1901 in Würzburg1976 in MünchenPhysikFür seine „Begründung der Quantenmechanik, deren Anwendung unter anderem zur Entdeckung der allotropen Formen des Wasserstoffs geführt hat“. Seltsamer Zufall: Heisenberg wurde am 5.12.1901 in Würzburg geboren, also nur 5 Tage vor der Verleihung des allerersten Physik-Nobelpreises an Wilhelm Conrad Röntgen, der in Würzburg die X-Strahlen entdeckt hatte.
1935Hans Spemann1869 in Stuttgart1941 in Freiburg im BreisgauPhysiologie oder MedizinDer Zoologe bekam den Preis für die „Entdeckung des Organisator-Effekts während der Embryonalentwicklung“.
1935Carl von Ossietzky1889 in Hamburg1938 in BerlinFriedenDer Pazifist, Journalist und Herausgeber der Weltbühne bekam den Preis für seinen publizistischen Einsatz gegen Militarismus und Nationalismus. (das Deutsche Reich verbot nach seiner Ehrung weitere Annahmen von Nobelpreisen). Carl von Ossietzky wurde am 1933 willkürlich verhaftet, jahrelang misshandelt und gefoltert, an dessen Folgen er im Mai 1938 starb.
1936Otto Loewi
1873 in Frankfurt am Main1961 in New York CityPhysiologie oder MedizinDer gebürtige Frankfurter war ein deutsch-österreichisch-amerikanischer Pharmakologe. Für seine „Entdeckungen bei der chemischen Übertragung der Nervenimpulse“ (Dalesches Prinzip) erhielt er gemeinsam mit dem US-Amerikaner Henry H. Dale (1875-1968) den Nobelpreis.
1939Adolf Butenandt1903 in Lehe1995 in MünchenChemieDer Biochemiker erhielt den Preis für seine „Arbeiten über Steroidhormone (Sexualhormone)“.
1939Gerhard Domagk1895 in Lagow in Brandenburg 1964 in Burgberg im SchwarzwaldPhysiologie oder MedizinDer Pathologe und Bakteriologe erhielt den Nobelpreis für die „Entdeckung der antibakteriellen Wirkung von Prontosil“.
1944Otto Hahn1879 in Frankfurt am Main1968 in GöttingenChemieHahn war ein Pionier der Radiochemie. Er entdeckte zahlreiche Isotope (auch Nuklide genannt), den radioaktiven Rückstoß, das Element Protactinium und die Kernisomerie beim Uran Z. Für seine „Entdeckung und den radiochemischen Nachweis der Kernspaltung des Urans (1938) und des Thoriums (1939)“ erhielt der deutsche Wissenschaftler 1944 den Nobelpreis.
1946Hermann Hesse1877 in Calw1962 in Montagnola, CHLiteraturDer deutsch-schweizerische Schriftsteller und Dichter bekam den Literatur-Nobelpreis „für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt“. Bekannt wurde er mit Werken wie Siddhartha (1919-1922), Der Steppenwolf (1927), Narziss und Goldmund (1927-1929) sowie mit seinen philosophischen Gedichten wie z.B. Stufen von 1941.
1950Kurt Alder1902 in Königshütte in Oberschlesien1958 in KölnChemieZusammen mit seinem Lehrer Otto Diels „für ihre Entdeckungen der Diels-Alder-Reaktion und die Entwicklung der Dien-Synthese.
1950Otto Diels1876 in Hamburg1954 in KielChemieZusammen mit seinem Schüler Kurt Alder „für ihre Entdeckungen und die Entwicklung der Dien-Synthese“.
1952Albert Schweitzer1875 in Kaysersberg bei Colmar1965 in Lambaréné, GabunFriedenDer im Elsaß geborene deutsch-französische Arzt, Theologe, Philosoph, Musiker, Pazifist und „Weltbürger“ (wie er sich selbst bezeichnete) bekam den Friedensnobelpreis „für sein Engagement für die Dritte Welt“. Der „Urwaldarzt“ gründete ein Tropen-Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun.
1953Hermann Staudinger1881 in Worms1965 in Freiburg im BreisgauChemieDer deutsche Nobelpreisträger bekam den Preis für seinen großen Beitrag zum Verständnis der Polymere sowie „für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie“.
1954Max Born1882 in Breslau1970 in GöttingenPhysikFür seine „grundlegenden Forschungen in der Quantenmechanik, besonders für seine statistische Interpretation der Wellenfunktion“.
1954Walther Bothe1891 in Oranienburg1957 in HeidelbergPhysikFür seine „Koinzidenzmethode und seine mit deren Hilfe gemachten Entdeckungen“. Seine Arbeiten waren ein bedeutender Beitrag zur Begründung der Kernphysik.
1956Werner Forßmann1904 in Berlin1979 in SchopfheimPhysiologie oder Medizin
Zusammen mit dem französisch-amerikanischen Mediziner André Frédéric Cournand (1895-1988) erhielt Forßmann „für ihre Entdeckungen zur Herzkatheterisierung und den pathologischen Veränderungen im Kreislaufsystem“ den Medizin-Nobelpreis.
1961Rudolf Ludwig Mößbauer1929 in München 2011 in Grünwald bei MünchenPhysikFür seine „Forschungen über die Resonanzabsorption der Gammastrahlung und seine damit verbundene Entdeckung, die den Namen Mößbauer-Effekt trägt“.
1963Johannes Hans Daniel Jensen1907 in Hamburg1973 in HeidelbergPhysikZusammen mit der deutsch-amerikanischen Physikerin Maria Goeppert-Mayer (1906-1972) für die – unabhängige und etwa gleichzeitige – „Entdeckung des nuklearen Schalenmodells des Atomkerns“.
1963Maria Goeppert-Mayer1906 in Kattowitz, Oberschlesien1972 in San Diego, KalifornienPhysikErhielt als zweite Frau überhaupt den Physik-Nobelpreis, gemeinsam mit Hans Jensen für die – unabhängige und etwa gleichzeitige – „Entdeckung des nuklearen Schalenmodells des Atomkerns“.
1963Karl Ziegler1898 in Helsa bei Kassel1973 in Mülheim an der RuhrChemieGemeinsam mit dem Italiener Giulio Natta (1903-1979) machte er wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der Hochpolymere (Ziegler-Natta-Verfahren) und bekam dafür den NP.
1964Feodor Lynen1911 in München1979 in MünchenPhysiologie oder MedizinDer deutsche Biochemiker sammelte – gemeinsam mit dem deutsch-amerikanischen Biochemiker Konrad Emil Bloch – „Erkenntnisse über die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels des Menschen“.
1964Konrad Bloch1912 in Neisse in Schlesien2000 in Lexington, Massachusetts, USAPhysiologie oder MedizinDer deutsch-amerikanische Biochemiker sammelte – gemeinsam mit Feodor Lynen – „Erkenntnisse über die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels des Menschen“.
1966Nelly Sachs1891 in Schöneberg1970 in Stockholm, SWELiteraturDie deutsch-schwedische Schriftstellerin und Dichterin erhielt – gemeinsam mit dem jüdischen Schriftsteller Samuel Joseph Agnon (1888-1970) – den Literatur-Nobelpreis „für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren“.
1967Manfred Eigen1927 in Bochum2019 in GöttingenChemieGemeinsam mit den beiden englischen Chemikern George Porter (1920-2002) und Wreyford Norrish (1897-1978) untersuchte er „extrem schnelle, chemische Reaktionen, die durch Zerstörung des Gleichgewichts durch sehr kurze Energieimpulse ausgelöst werden“.
1969Max Delbrück 1906 in Berlin1981 in Pasadena, KalifornienPhysiologie oder MedizinDer gebürtige Berliner und (ab 1945) deutsch-amerikanische Biophysiker und Genetiker erhielt zusammen mit den US-Amerikanern Alfred D. Hershey (1908-1997) und Salvador E. Luria (1912-1991) „für ihre Entdeckungen des Vermehrungsmechanismus und der genetischen Struktur von Viren“ den Medizin-Nobelpreis.
1971Willy Brandt1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm1992 in UnkelFriedenDer deutsche Bundeskanzler (von 1969-1974) erhielt den Friedensnobelpreis „für seine erfolgreiche Ostpolitik, die zu einer Entspannung im Ost-West Konflikt führte“. Dazu gehören u.a. die Ostverträge mit der DDR, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei und insbesondere die Versöhnung mit Polen (Kniefall von Warschau am 7.12.1970).
1972Heinrich Böll1917 in Köln1985 in Kreuzau-LangenbroichLiteraturDer berühmte deutsche Schriftsteller bekam 1972 den Nobelpreis „für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“. Er schrieb u.a. die Werke Wo warst du, Adam? (1951), Billard um halbzehn (1959), Ansichten eines Clowns (1963) und Ende einer Dienstfahrt (1966).
1973Karl Ritter von Frisch1886 in Wien1982 in MünchenPhysiologie oder MedizinDer deutsch-österreichische Zoologe und Verhaltensforscher ist der Entdecker der „Bienensprache“. Zusammen mit dem Österreicher Konrad Lorenz (1903-1989) und dem Niederländer Nikolaas Tinbergen (1907-1988) erhielt er den Medizin-Nobelpreis „für ihre Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern“.
1973Ernst Otto Fischer1918 in Solln2007 in MünchenChemieDer deutsche Chemiker teilte sich den Nobelpreis mit dem Engländer Geoffrey Wilkinson (1921-1996) für ihre „unabhängig voneinander geleisteten Arbeiten über die Chemie der metallorganischen so genannten Sandwich-Verbindungen“.
1979Georg Wittig1897 in Berlin1987 in HeidelbergChemieGemeinsam mit dem US-Amerikaner Herbert C. Brown (1912-2004) entwickelte er „Bor- bzw. Phosphorverbindungen in wichtigen Reagenzien innerhalb organischer Synthesen“.
1984Georges J.F. Köhler1946 in München1995 in Freiburg im BreisgauPhysiologie oder MedizinDer gebürtige Münchner Biologe bekam zusammen mit dem Dänen Niels Kaj Jerne (1911-1994) und dem Argentinier César Milstein (1927-2002) „für ihre Theorien über den spezifischen Aufbau und die Steuerung des Immunsystems und für die Entdeckung des Prinzips der Produktion von monoklonalen Antikörpern“ den Medizin-Nobelpreis. Er starb mit 48 Jahren an einer Lungenentzündung.
1985Klaus von Klitzing1943 in Schroda im Reichsgau Wartheland PhysikAm 5. Februar 1980 entdeckte er den „Quanten-Hall-Effekt“ im Hochfeld-Magnetlabor von Grenoble. Dafür erhielt er 5 Jahre später den Physik-Nobelpreis.
1986Gerd Binnig1947 in Frankfurt am Main PhysikZusammen mit dem Schweizer Physiker Heinrich Rohrer (1933-2013) für die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops.
1986Ernst Ruska1906 in Heidelberg1988 in BerlinPhysikNeben Gerd Binnig und dem Schweizer Heinrich Rohrer (1933-2013) erhielt auch er für sein „fundamentales Werk in der Elektronenoptik und für die Konstruktion des ersten Elektronenmikroskops“ den Nobelpreis.
1987Johannes Georg Bednorz1950 in Neuenkirchen bei Steinfurt PhysikZusammen mit dem Schweizer Karl Alexander Müller (*1927) für ihre „bahnbrechende Entdeckung von Supraleitung in keramischen Materialien“ geehrt.
1988Werner Deisenhofer1943 in Zusamaltheim bei Dillingen ChemieDer deutsche Biophysiker bekam zusammen mit Hartmut Michel und Robert Huber „für die Erforschung des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“ den NP.
1988Hartmut Michel1948 in Ludwigsburg ChemieDer deutsche Biochemiker erhielt gemeinsam mit Werner Deisenhofer und Robert Huber den Chemie-Nobelpreis „für die Erforschung des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“.
1988Robert Huber1937 in München ChemieDer Chemiker bekam gemeinsam mit Hartmut Michel und Werner Deisenhofer den Preis „für die Erforschung des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“.
1989Wolfgang Paul1913 in Lorenzkirch in Sachsen1993 in BonnPhysikZusammen mit dem deutsch-amerikanischen Physiker Hans Georg Dehmelt „für ihre Entwicklung der Ionenfallentechnik“ (Paul-Falle, Penning-Falle), einer Technik, mit der Ionen und Elektronen einfangen und untersucht werden können. Die andere Hälfte des NP ging an den US-Physiker Norman Ramsey (1915-2011)
1989Hans Georg Dehmelt1922 in Görlitz2017 in Seattle, Washington, USAPhysikDie eine Hälfte des Physik-Nobelpreises bekam er gemeinsam mit Wolfgang Paul für die „Entwicklung der Ionenfallentechnik (Paul-Falle, Penning-Falle)“. Die andere Hälfte ging an den US-Amerikaner Norman Ramsey (1915-2011) für dessen verbesserten Messtechnik einer Atomuhr.
1991Erwin Neher1944 in Landsberg am Lech Physiologie oder MedizinDer deutsche Biophysiker erhielt zusammen mit Bert Sakmann den Preis „für ihre Entwicklung einer Methode zum direkten Nachweis von Ionenkanälen in Zellmembranen zur Erforschung der Signalübertragung innerhalb der Zelle und zwischen den Zellen“.
1991Bert Sakmann1942 in Stuttgart Physiologie oder MedizinDer Mediziner und Physiologe erhielt zusammen mit Erwin Neher den Preis für die Entdeckungen zur Funktion von einzelnen Ionenkanälen in Zellen“.
1994Reinhard Selten 1930 in Breslau2016 in PosenWirtschaftswissenschaftenDer Volkswirt und Mathematiker ist bislang der einzige deutsche Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften (wird erst seit 1969 verliehen). Er erhielt den Preis – zusammen mit seinen US-amerikanischen Fachkollegen John Forbes Nash Jr. (1928-2015) und John Harsanyi (1920-2000) „für die gemeinsamen Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie“.
1995Christiane Nüsslein-Volhard1942 in Heyrothsberge bei Magdeburg Physiologie oder MedizinDie Biologin und Biochemikerin erhielt als erste deutsche Wissenschaftlerin den Nobelpreis „für ihre Forschungen über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung“. Neben ihren US-amerikanischen Kollegen Eric F. Wieschaus (*1947) und Edward B. Lewis (1918-2004) halfen ihr viele Tausende Fruchtfliegen.
1998Horst L. Störmer1949 in Frankfurt am Main PhysikFür die „Entdeckung einer neuen Art von Quantenflüssigkeit mit fraktionell geladenen Anregungen“ teilte er sich den Preis mit dem US-Physiker Robert B. Laughlin und dem chinesisch-amerikanischen Physiker Daniel C. Tsui.
1999Günter Grass1927 in Danzig-Langfuhr 2015 in LübeckLiteraturDer deutsche Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker erhielt den Nobelpreis für Literatur „weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“. Bereits mit seinem Debütroman Die Blechtrommel (1959) wurde er international berühmt.
1999Günter Blobel 1936 in Waltersdorf in Schlesien2018 in New York City, USAPhysiologie oder MedizinDer Deutschland geborene (und ab 1987) US-amerikanische Biochemiker erhielt „für seine Erkenntnis, dass jedes Protein einer Zelle eine Art Adressaufkleber besitzt, mit dem es seinen Wirkort in der Zelle findet“ den Medizin-Nobelpreis. 
2000Herbert Kroemer 1928 in Weimar PhysikZusammen mit seinem russischen Kollegen Schores Alfjorow (1930-2019) für die „Entwicklung von Halbleiterheterostrukturen für Hochgeschwindigkeits- und Optoelektronik“.
2001Wolfgang Ketterle 1957 in Heidelberg PhysikEr teilte sich den Nobelpreis mit den US-Amerikanern Eric A. Cornell  (*1961) und Carl E. Wieman (*1951). Gemeinsam hatten sie über die Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate geforscht.
2005Theodor Hänsch 1941 in Heidelberg PhysikDer Physiker und Hochschullehrer erhielt den Preis gemeinsam mit den US-Amerikanern John L. Hall (*1934) und Roy J. Glauber (1925-2018) für ihre „Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten Präzisionsspektroskopie, einschließlich der optischen Frequenzkammtechnik“.
2007Peter Grünberg 1939 in Pilsen2018 in JülichPhysikBereits in den 80er-Jahren entdeckte er den Riesenmagnetwiderstand (GMR-Effekt), die Grundlage für eine erhöhte Speicherkapazität von Computern. Erst rund 20 Jahre später wurde er zusammen mit dem Franzosen Albert Fert (*1938) für die – voneinander unabhängige – Entdeckung des GMR-Effekts ausgezeichnet.
2007Gerhard Ertl1936 in Stuttgart ChemieDer deutsche Nobelpreisträger bekam den Preis „für seine Studien von Verfahren auf festen Oberflächen“.
2008Harald zur Hausen1936 in Gelsenkirchen Physiologie oder MedizinDer Krebsforscher erkannte, dass der Gebärmutterhalskrebs durch eine Virusinfektionen ausgelöst wird. Er teilte den Nobelpreis mit den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, die für die Entdeckung des HI-Virus geehrt wurden.
2009Herta Müller1953 in Nițchidorf, Rumänien LiteraturDie deutsche Schriftstellerin erhielt den Literaturnobelpreis für „die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet“. Zu ihren bekanntesten Werken gehören u.a. Niederungen (1982/84), Reisende auf einem Bein (1989) und Atemschaukel (2009).
2013Thomas Südhof 1955 in Göttingen Physiologie oder MedizinMit seinen beiden US-Kollegen James Rothman (*1950) und Randy Schekman (*1948) wird der deutsch-amerikanische Biochemiker „für grundlegende Erkenntnisse über die Transportsysteme der Zellen“ ausgezeichnet.
2014Stefan Hell 1962 in Sântana, RUM ChemieDer rumänien-deutsche Physiker und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen erhielt den Nobelpreis – zusammen mit den US-Amerikanern Eric Betzig (*1960) und William Moerner (*1953) „für die Entwicklung von superauflösender Fluoreszenzmikroskopie“ (Photoactivated Localization Microscopy, STED-Mikroskop).
2017Joachim Frank1940 in Weidenau an der Sieg ChemieDer deutsch-amerikanische Biophysiker gewann gemeinsam mit dem Schweizer Jacques Dubochet (*1942) und dem Briten Richard Henderson (*1945) den Nobelpreis „für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie für die hochauflösende Strukturerkennung von Biomolekülen in Lösung“.
2020Reinhard Genzel1952 in Bad Homburg vor der Höhe PhysikDer deutsche Astrophysiker erhielt gemeinsam mit der US-amerikanischen Astronomin Andrea Ghez (*1965) eine Hälfte des Nobelpreises „für die Entdeckung des heute als Sagittarius A* bekannten, supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße“.

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Quellen zur Tabelle: „Deutsche Nobelpreisträger von 1901 bis 2020“:

Bücher der Wissenschaft, Fachmagazine, Wikipedia, diverse Webseiten über alle deutsche Nobelpreisträger etc.


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