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Acht Deutsche Bundeskanzler regierten bislang die BRD (von 1949-1990) und Deutschland (von 1990-2019). Helmut Kohl war der sog. „Einheitskanzler“ als die Mauer fiel. Aktuelle Bundeskanzlerin ist Angela Merkel, die mit der GroKo ihr viertes Bundeskabinett (seit März 2018) bildet. Mit Klick auf + finden Smartphone-User alle Kurzbiografien.

Deutsche Bundeskanzler Im Amt */† Kurzbiografie (Auswahl)
Konrad Adenauer (CDU) 1949-1963 * 5.1.1876 in Köln 
† 19.4.1967 in Rhöndorf
Konrad Adenauer studierte Jura und VWL und war von 1917-1933 Oberbürgermeister von Köln. 1933 wurde er aller Ämter enthoben und 1934 sowie 1944 als Nazi-Gegner zeitweise verhaftet. 1945 Wiederwahl zum OB von Köln. Am 15.9.1949 wurde er vom Bundestag mit einer Stimme Mehrheit (seiner eigenen) zum ersten deutschen Bundeskanzler gewählt. Parallel war er von 1951-1955 Außenminister. 1953, 1957 und 1961 wurde Adenauer als deutsche Bundeskanzler wiedergewählt. Mit der letzten Wiederwahl versprach er, 1963 vom Amt zurückzutreten, was am 12.10.1963 (mit 87 Jahren) auch offiziell und mit allen Würdigungen geschah.
Ludwig Erhard (CDU) 1963-1966 * 4.2.1897 in Fürth
† 5.5.1977 in Bonn
Ludwig Erhard studierte BWL und VWL. Von 1945 bis 1946 war er bayerischer Minister für Handel und von 1949-1963 Bundeswirtschaftsminister. In dieser Funktion trug er maßgeblich zum erfolgreichen Wiederaufbau Deutschlands bei und gilt daher bis heute als „Vater des Wirtschaftswunders“. 1963 übernahm er (gegen den Willen Adenauers) das Amt vom zurückgetretenen Adenauer und wurde zum 2. Deutschen Bundeskanzler gewählt. 1965 wurde er im Amt bestätigt. Rücktritt (nach einer Minderheitsregierung durch den FDP-Rückzug) am 1. Dezember 1966. Danach blieb er noch 11 Jahre Bundestagsabgeordneter.
Kurt Georg Kiesinger (CDU) 1966-1969 * 6.4.1904 in Ebingen
† 9.3.1988 in Tübingen 
Kurt Georg Kiesinger war von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. 1966 profitierte er vom Rücktritt Erhards (und der nachfolgenden GroKo) und wurde zum dritten Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt. 1967 bis 1971 war außerdem CDU-Bundesvorsitzender. Aufgrund seiner NS-Vergangenheit war Kiesinger als Kanzler stark umstritten.
Willy Brandt (SPD) 1969-1974 * 18.12.1913 in Lübeck
† 8.10.1992 in Unkel (bei Bonn) 
Willy Brandt wurde als Herbert Ernst Karl Frahm geboren. 1933 gelang ihm die Flucht vor dem NS-Regime nach Norwegen. 1939 floh er als „Willy Brandt“ weiter nach Schweden. Nach Kriegsende kehrte er 1945 als Journalist zurück und wurde von 1949-1957 Mitglied im Deutschen Bundestag. Von 1957 bis 1966 war er Oberbürgermeister in Berlin und von 1964 bis 1987 SPD-Vorsitzender. In der GroKo unter Kiesinger hatte er von 1966 bis 1969 das Amt des Bundesaußenministers inne. 1969 wurde er zum Deutschen Bundeskanzler gewählt. Am 7. Dezember 1970 wurde sein „Kniefall von Warschau“ vor dem Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos weltberühmt. Für seine „Politik der Versöhnung“ erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Am 6. Mai 1974 trat er aufgrund der Guillaume-Spionageaffäre zurück. Günter Guillaume war war ein DDR-Spion und enger Mitarbeiter von Brandt.
Helmut Schmidt (SPD) 1974-1982 * 23.12.1918 in Hamburg-Barmbek
† 10.11.2015 in Hamburg-Langenhorn 
Der studierte Volkswirt Helmut Schmidt war von 1941 bis 1945 Leutnant an Ost- und Westfront. 1942 heiratete er seine Jugendliebe Hannelore Glaser alias „Loki“ (1919-2010), mit der er bis zu seinem Tode zusammen bleiben sollte. Ab 1961 war er Senator der Polizeibehörde in Hamburg und als solcher auch Krisenmanager in der Sturmflut von 1962. Von 1967 bis 1969 SPD-Bundesvorsitzender und von 1969-1972 Bundesverteidigungsminister sowie von 1972 bis 1974 Bundeswirtschafts- und Finanzminister. 1974 trat er (als Nachfolger des zurückgetretenen Brandt) sein Amt als 5.  Deutscher Bundeskanzler an. In seine Amtszeit fielen u.a. die Ölkrise von 1974, die Bekämpfung des RAF-Terrors 1974-77 sowie die Unterzeichnung des NATO-Doppelbeschlusses vom 12.12.1979. Da er (aufgrund der russischen SS20-Raketen) eine Gefahr des atomaren Gleichgewichts sah, plädierte er FÜR die Installierung neuer Kurz- und Mittelstreckenraketen (wie Pershing II und Tomahawk) in West-Europa. Am 1.1o.1982 wurde er nach einem konstruktiven Misstrauensvotum abgewählt. Nach seinem politischen Amt blieb er weiterhin aktiv u.a. als Mitherausgeber und Geschäftsführer (bis 1990) der Wochenzeitung „Die Zeit“. 
Helmut Kohl (CDU) 1982-1998 * 3.4.1930 in Ludwigshafen-Friesenheim
† 16.6.2017 in Ludwigshafen-Oggersheim
Helmut Kohl war ab 1959 Mitglied des Rheinland-Pfälzischen Landtages sowie von 1969-1975 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz. Ab 1976 war er Mitglied des Deutschen Bundestags. 1982 wurde er nach dem Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt zum 6. Deutsche Bundeskanzler gewählt und blieb (nach erfolgreichen Wiederwahlen von 1983, 1987, 1990 und 1994) bis 1998 im Amt. Als Vorbereiter der Europäischen Union erwarb er sich den Beinamen „Einheitskanzler“. In seine Amtszeit fiel die Aussöhnung mit Frankreich (symbolisch der minutenlange Händedruck mit dem französischen Staatspräsident François Mitterrand in Verdun 1984) und die Wende in der Ost-Politik, die zum Fall der Mauer und schließlich zur Wiedervereinigung führte.
Gerhard Schröder (SPD) 1998-2005  * 7.4.1944 in Mossenberg Gerhard Schröder studierte Jura und praktizierte als Rechtsanwalt. Von 1990 bis 1998 war er Ministerpräsident von Niedersachsen. 1998 Wahl zum deutsche Bundeskanzler; 1999-2004 SPD Bundesvorsitzender; sein zweites Kabinett (in der Koalition mit dem Bündnis90/Die Grünen) erarbeite von 2003-2005 die Agenda 2010, ein Konzept zur Reformierung des deutschen Sozialsystems und Arbeitsmarktes. Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen von 2005 verlor er das Amt an Angela Merkel und ist seitdem wieder als Rechtsanwalt in der freien Wirtschaft (u.a. für Nord Stream und Gazprom) tätig.
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Angela Merkel (CDU) seit 11.2005 *17.7.1954 in Hamburg  Angela Merkel wurde zwar in Hamburg geboren, verbrachte aber ihre Kindheit, Jugend sowie ihr Studium der Physik in Ost-Deutschland. Nach der Wende trat sie der CDU bei und wurde von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Frauen und Jugend sowie von 1994 bis 1998 Bundesumweltministerin. 2005 wurde sie zur ersten Bundeskanzlerlin gewählt, nachdem Gerhard Schröder 2005 die „Vertrauensfrage“ verlor, wodurch eine Bundeswahl notwendig wurde. Wiederwahl 2009, 2013 sowie 2017. Im Oktober 2018 gab sie ihren Rücktritt als CDU-Vorsitzende bekannt.

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