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Deutsche Philosophen Geboren Gestorben Gedanken, Theorien & Werke
Adorno, Theodor W. 11.9.1903 in Frankfurt am Main 6.8.1969 in Visp (Schweiz) Adorno war ein bedeutender Vertreter der „Frankfurter Schule“. Mit seiner kritischen Theorie „minima moralia“ (1951) greift er die ethische Frage nach der „Lehre des guten Lebens“ auf. Adorno kritisiert die Gesellschaft, denn für ihn ist das moderne Leben rein auf den Konsum ausgerichtet und damit beschädigt. Freiheit lässt sich nur noch an konkreter Unfreiheit zeigen und kann so nur negativ bestimmt werden. Weitere Werke: „Dialektik der Aufklärung“ (1947, gemeinsam mit Max Horkheimer) und „Negative Dialektik“ (1966).
Althusius, Johannes 1563 in  Diedenshausen, Bad Berleburg 12.8.1638 in Emden Für den Rechtsgelehrten Althusius beruht der Staat auf einem Gesellschaftsvertrag, das Volk ist politisch und religiös autonom.
Arendt, Hannah 14.10.1906 in Linden-Limmer, Hannover 4.12.1975 in New York City, USA Jüdische Existenzphilosophin, die erst nach Frankreich und 1941 in die USA flüchtete, wo sie als erste Frau an der Princeton University lehrte. In ihren Werken setzte sie sich philosophisch mit den Nationalsozialismus und dem Stalinismus auseinander. Sie untersuchte den historischen Einfluss und die Bedeutung dieser totalitären Systeme auf das politische und moralische Denken. Sie setzte sich kritisch vor allem mit Martin Heidegger und Karl Jaspers auseinander und forderte einen europäischen Föderalismus, sprich: direkte Demokratie zu mehr politischer Mitbestimmung jedes einzelnen. Hauptwerk: „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ (1955).
Bloch, Ernst 8.7.1885 in Ludwigshafen  4.8.1977 in Tübingen Neben Adorno, Habermas und Horkheimer ist Ernst Bloch einer der wichtigsten Vertreter der „Frankfurter Schule“. In seinem Buch „Das Prinzip Hoffnung“ fragt er nach der Bedeutung der Utopie für die Gegenwart der Menschen.
Feuerbach, Ludwig 28.7.1804 in Landshut  13.9.1872 in Rechenberg bei Nürnberg Ludwig Feuerbach ist ein berühmter Vertreter der materialistischen Philosophie. Er lehnte den Idealismus, besonders Hegels Schriften, strikt ab. In seiner Philosophie ist das menschliche Leben eine Einheit zwischen Leib und Seele. Und mit dem Tod hört beides auf zu existieren. Die Religion sieht er als Ablenkung, die den Menschen davon abhält, Meister seines eigenen Schicksals zu sein. Er entwickelte neben Karl Marx die „dialektische Methode“ weiter.
Fichte, Johann Gottlieb 19.5.1762 in Rammenau  27.1.1814 in Berlin Der Schüler von Kant war deutscher Idealist und Dogmatiker. In seinen Theorien durchdrang er mit dem „subjektiven Idealismus“ die Ethik, Staats- und Rechtslehre. Er stellte sich die Frage, wie es möglich sei, dass wir als moralisches Wesen mit freiem Willen in einer Welt leben können, die von höheren, unveränderlichen Naturgesetzen bestimmt wird. Und fand die Antwort: „Das Ich ist unabhängig von kausalen Einwirkungen und kann frei wählen. Die Realität wird nur durch den erkennbaren Geist (das „Ich“ des Denkens) erschaffen.“ Fichte hielt und schrieb die „Rede an die deutsche Nation“ (1807/08).
Frankfurter Schule 1923 in Frankfurt am Main gegründet Existiert heute noch Gruppe um einige berühmte Philosophen, Soziologen und neomarxistische Wissenschaftler, die in Frankfurt aus dem „Institut für Sozialforschung IfS“ (Gründer Felix Weil) entstand. Anhänger wie AdornoBloch, Habermas, Horkheimer, Marcuse, Fromm und Alfred Schmidt beschäftigten sich mit der „kritischen Theorie“, welche sich aus dem Neomarxismus entwickelte, und stellten ideologie- und gesellschaftskritische Fragen. Begriffe wie Demokratisierung, Repression und Emanzipation wurden durch die Frankfurter Schule in der Alltagssprache etabliert. Hauptwerk: „Dialektik der Aufklärung“ (1944-47 von Adorno und Horkheimer).
Frege, Gottlob 8.11.1848 in Wismar  26.7.1925 in Bad Kleinen Er gilt als Wegbereiter der analytischen Philosophie und deren Einfluss auf die Sprachphilosophie . Mit seinen Werken inspirierte er berühmte Philosophen wie Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein.
Habermas, Jürgen  18.6.1929 in Düsseldorf    Jürgen Habermas ist Philosoph und Soziologe. Er zählt zu den bekanntesten Vertretern der „kritischen Theorien“ und hat sich über die Moral- und Sozialphilosophie von den marxistischen Ursprüngen der „Frankfurter Schule“ gelöst. Hauptwerk: „Theorie des kommunikativen Handelns“. Große Philosophen von A-G finden Sie auf der vorherigen Seite.
Hartmann, Nicolai 20.2.1882 in Riga, Lettland  9.10.1950 in Göttingen  Der Fundamentaloge entwickelte die Schichtenstruktur des Seins. Ideales Sein (Werte, Mathematik) ist zeitlos und unbegrenzt, das reale Sein (Leben, Seele, Geist) ist zeitlich und individuell. 
Heidegger, Martin 26.9.1889 in Meßkirch bei Sigmaringen 26.5.1976 in Freiburg im Breisgau  Heidegger war einer der einflussreichsten deutsche Philosophen des 20. Jahrhunderts und Gründer der Fundamentalontologie; er sah u.a. die moderne Technik als Gefahr und erkannte, dass diese unsere Haltung/Auffassung gegenüber der Welt verändert. Seine Schriften prägten Jean-Paul Sartre, Gadamer, Hannah Arendt und viele andere. Hauptwerk: „Sein und Zeit“ (1927). 
Hegel, Georg Friedrich 27.8.1770 in Stuttgart  14.11.1831 in Berlin  Friedrich Hegel war Hauptvertreter des deutschen Idealismus und Begründer der „Dialektischen Methode“. Gegensätze, These und Antithese finden in einer Synthese zur neuen These zusammen. Die Auflösung einer These (Sein) und ihrer Antithese (Nichtsein) in einer Synthese (Werden) ist der Beginn jedes dialektischen Prozesses, der sich auf immer weiter ansteigenden Stufen wiederholt. Hauptwerke: Phänomenologie des Geistes (1806/07), Wissenschaft der Logik (1831). 
Horkheimer, Max 14.2.1895 in Zuffenhausen bei Stuttgart  7.7.1973 in Nürnberg Als Vertreter der „Frankfurter Schule“ orientierte sich Max Horkheimer neben Adorno, Bloch, Habermas und Marcuse an den marxistischen Grundsätzen und unterstützte die Studentenrevolte von 1968. Seine Hauptwerke: „Dialektik der Aufklärung“ (1947, gemeinsam mit Adorno) und „Kritik der instrumentellen Vernunft“ (1967). 
Jaspers, Karl 23.2.1883 in Oldenburg  26.2.1969 in Basel, Schweiz  Karl Jaspers war nicht nur einer der großen deutschen Philosophen, er war auch ein bedeutender Psychiater. Karl Jaspers zählt zu den Hauptvertretern der deutschen Existenzphilosophie und war zeitlebens ein enger Freund von Martin Heidegger  und Hannah Ahrendts. Ab 1945 gründete er die Philosophen-Zeitschrift „Die Wandlung“ und erhielt 1953 die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg. Das Werk des deutsche Philosophen besteht aus über 30 Büchern und einigen Tausend Briefe und Aufsätze.
Kant, Immanuel 22.4.1724 in Königsberg  12.2.1804 in Königsberg Das Bewusstsein ist (durch wechselnde Empfindungen und Gedanken) immer im Fluss, es ist also zeitlich nicht bestimmbar und deshalb auch nicht existent. Wir können daher Zeit nicht direkt wahrnehmen, sondern immer nur anhand von Dingen, die sich in dieser Zeit verändern. Nach Kant gibt es zwei Welten: die Welt, wie sie uns erscheint, und die Welt der Dinge an sich. Als Vertreter des Kritizismus entwickelte er unter anderem den berühmten „Kategorischen Imperativ“. Grundsatz: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“. 
Kues, Nikolaus von 1401 in Bernkastel-Kues  11.8.1464 in Todi, Italien  Bindeglied der mittelalterlichen Scholastik und der Mystik und Metaphysik der Renaissance. In seinem Buch „De Docta Ignorantia“ schreibt Nikolaus von Kues über die Grenzen des menschlichen Wissens. Weitere große Philosophen finden Sie auf der nächsten Seite! 
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Leibniz, Gottfried Wilhelm 1.7.1646 in Leipzig  14.11.1716 in Hannover  Der grenzenlose Optimist, Mathematiker, Historiker und Philosoph der frühen Aufklärung und letzter Universalgelehrte nahm an, dass viele Substanzen in gemeinsamer Harmonie existieren, wie z.B. zwischen Leib und Seele. Mit seiner Abhandlung „Theodizee“ von 1710 sucht er nach einer Erklärung, wie das Leiden der Welt möglich ist, obwohl Gott doch allmächtig und gut sei. Denn: Unsere Welt ist doch die beste aller möglichen Welten, sie beinhaltet einen maximalen Reichtum an Momenten und deshalb auch die größtmögliche Mannigfaltigkeit. In seiner Monadologie von 1714 ist die Monadenlehre (Harmonie ist die Summe aller Monaden = Einheit) mit Gott als Urmonade dargelegt. 
Lorenzen, Paul 24.3.1915 in Kiel  1.10.1994 in Göttingen Er gilt neben Wilhelm Kamlah als Begründer der „Erlanger Schule“ des Methodischen Konstruktivismus. Paul Lorenzen war auch Entwickler der logischen Propädeutik (Vorschule des vernünftigen Redens) und der dialogischen Logik.
Luther, Martin 10.11.1483 in Lutherstadt Eisleben  18.2.1556 in Lutherstadt Eisleben  Urheber der Reformation; in seinen 95 Thesen (die er am 31. Oktober 1517 an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hatte) schreibt Martin Luther gegen Ablassbriefe, Ämterkauf, Wallfahrten und Kasteiungen; „Allein der Glaube, allein die Schrift, allein die Gnade“. Luther übersetzte das Neue Testament in nur 11 Wochen in die Deutsche Sprache (1522). 
Marcuse, Herbert 19.7.1898 in Berlin  29.7.1979 in Starnberg Neomarxistischer Anhänger und Mitglied der „Frankfurter Schule“. Herbert Marcuse war ein bedeutender Kritiker des Kapitalismus.
Marx, Karl 5.5.1818 in Trier  14.3.1883 in London, GB  Karl Marx, am 5. Mai in Trier geboren, war Journalist, Ökonom und Philosoph. Er ist der Begründer der  marxistischen Weltanschauung und Wegbereiter des Kommunismus. Gemeinsam mit Friedrich Engels (1820-1895) war er einer der einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus, dessen Schriften die Arbeiterbewegungen in aller Welt prägen sollten. Sein berühmtestes Werk „Das Kapital“ (Band 1 von 3) erschien 1867. Zuvor rief er u.a. in seinem „Manifest der Kommunistischen Partei“ (1847/48) alle Arbeiter dazu auf, gemeinsam gegen kapitalistische Verhältnisse zu kämpfen („Proletarier aller Länder, vereinigt euch!„). Für ihn stellte die Arbeitskraft der Arbeiter eine Ware dar, die während des Produktionsprozess allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt ist. Zudem sah er früh die Gefahr von Ausbeutung durch den Bourgeoisie (Geldadel und Unternehmer). Weitere wichtige Werke: „Die heilige Familie“ (1844 mit Friedrich Engels), „Lohnarbeit und Kapital“ (1849), „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ (1859), „Lohn, Preis und Profit“ (1865) sowie „Theorien über den Mehrwert“ (postum 1905-1910). Von 1849 bis 1864 lebte und arbeite Marx (nach kurzen Aufenthalten in Paris und Brüssel) im Londoner Exil, wo er auch die letzten Jahre seines Lebens (ab 1872) verbrachte. Karl Marx starb mit 64 Jahren in London. Zu seinem Gedenken wurde die Stadt  Chemnitz (damals in der DDR) von 1953-1990 in Karl-Marx-Stadt umbenannt. 
Nietzsche, Friedrich 15.10.1844 in Röcken, Lützen  25.8.1900 in Weimar Die Philosophie des wohl berühmtesten deutsche Philosophen wandte sich gegen das Christentum, von dem er behauptete, es erzeuge eine „Sklavenmoral“. Er zweifelte nicht nur an den gängigen Vorstellungen vom Menschen, von Gott („Gott ist tot“) und der Moral. Er zweifelte auch am Gut und Bösen oder besser gesagt: daran, was die Menschen unter diesen Begriffen verstehen. Seine Überzeugung war, dass der Mensch etwas ist, was überwunden werden muss. Und so schuf er den sog. Übermenschen („ein Mensch, der an Leib und Seele stark und unabhängig ist“), der von den Nazis leider missverstanden wurde. Hauptwerke: Also sprach Zarathustra (1885); Jenseits von Gut und Böse (1886); Die fröhliche Wissenschaft (1887); Götzendämmerung (1888); Ecce Homo – wie man wird, was man ist (1908). 
Precht, Richard David 8.12.1964 in Solingen   Er ist einer der zeitgenössischen deutsche Philosophen und befasst sich mit der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, mit den Beziehungen von Mensch zur Natur sowie die daraus resultierenden Konsequenzen. Er kritisiert u.a. unser Schul- und Bildungssystem und plädiert für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens. Auf den Bestseller „Wer bin ich – und wenn ja wieviele?“ (2007) folgten die Bücher „Anna, die Schule und der liebe Gott“ (2013) sowie „Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft.“ (2018). 
Reuchlin, Johannes 29.1.1455 in Pforzheim  30.6.1522 in Stuttgart Der Humanist protestiert mit „Encomium Moriae“ gegen die schon zu seiner Zeit stattfindenden Judenverfolgung. 
Schelling, Friedrich 27.1.1775 in Leonberg  20.8.1854 in Bad Ragaz, Schweiz Er gehörte zu den Hauptvertretern des  deutschen Idealismus und vertrat den „ästhetisch objektiven“ Idealismus. Zudem war er als Theoretiker der sog. „romantischen Medizin“ bekannt. 1812 wurde er zum Ritter geschlagen.
Schopenhauer, Arthur 22.2.1788 in Danzig, Polen  21.9.1860 in Freie Stadt Frankfurt am Main  Der Schüler von Kant war ein Pessimist und Frauenfeind. Er sah die Welt im Gegensatz zu Leibniz als „schlechteste aller möglichen“. Der deutsche Philosoph definierte das Leben als Leiden. Egoismus als Haupttriebfeder sei nur in der Kunst gut aufgehoben. 
Wolff, Christian 24.1.1679 in Breslau, heute Polen 9.4.1754 in Halle Bedeutender Vertreter der „deutschen Aufklärung“. Der in Schlesien geborene Wolff untersuchte die Beziehung zwischen Ethik und Metaphysik.

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