Berühmte Gedichte & Verse


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Berühmte Gedichte und Verse Autor Berühmte Gedichte (Auszug)
Deutsche Nationalhymne (3. Strophe des „Deutschlandliedes“) 1841, Hoffmann v. Fallersleben (Melodie von Joseph Haydn) Einigkeit und Recht und Freiheit, für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit, sind des Glückes Unterpfand. Blüh‘ im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!
Mephistopheles (aus „Doktor Faustus“) 1808, Johann Wolfgang von Goethe Ich bin der Geist der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Drum besser wär‘s, dass nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz: das Böse nennt, mein eigentliches Element.
Die Heimkehr (aus „Buch der Lieder“) 1827, Heinrich Heine Wer zum ersten Male liebt, sei‘s auch glücklos, ist ein Gott; Aber wer zum zweiten Male glücklos liebt, der ist ein Narr. Ich, ein solcher Narr, ich liebe wieder ohne Gegenliebe; Sonne, Mond und Sterne lachen, und ich lache mit – und sterbe.
Ein Weib
(aus „Neue Gedichte: Romanzen“)
1844, Heinrich Heine

Sie hatten sich beide so herzlich lieb, 
Spitzbübin war sie, er war ein Dieb. Wenn er Schelmenstreiche machte, 
sie warf sich aufs Bett und lachte. 



Der Tag verging in Freud und Lust, des Nachts lag sie an seiner Brust. Als man ins Gefängnis ihn brachte, 
sie stand am Fenster und lachte.

Er ließ ihr sagen: O komm zu mir, 
ich sehne mich so sehr nach dir. Ich rufe nach dir, ich schmachte, sie schüttelt‘ das Haupt und lachte.

Um sechse des Morgens ward er gehenkt, um sieben ward er ins Grab gesenkt; Sie aber schon um achte, trank roten Wein und lachte.

Ode an die Freude (aus der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven) 1786, Friedrich Schiller Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum! Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt; Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein, wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein! Ja, wer auch nur eine Seele Sein nennt auf dem Erdenrund! Und wer‘s nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund!

Freude trinken alle Wesen an den Brüsten der Natur; Alle Guten, alle Bösen folgen ihrer Rosenspur. Küsse gab sie uns und Reben, einen Freund, geprüft im Tod; Wollust ward dem Wurm gegeben, und der Cherub steht vor Gott.

Das Lied von der Glocke (1. Strophe) 1799, Friedrich Schiller Festgemauert in der Erden Steht die Form aus Lehm gebrannt. Heute muß die Glocke werden, frisch, Gesellen, seid zur Hand! Von der Stirne heiß rinnen muß der Schweiß, soll das Werk den Meister loben; doch der Segen kommt von oben.
Kennst du das auch? 1899-1902, Hermann Hesse Kennst du das auch, daß manches Mal inmitten einer lauten Lust, bei einem Fest, in einem frohen Saal, du plötzlich schweigen und hinweg gehn mußt?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf; Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch, du weinst, weinst ohne Halt – Kennst du das auch?

Abreise 1811, Ludwig Uhland So hab ich nun die Stadt verlassen, wo ich gelebet lange Zeit. Ich ziehe rüstig meiner Straßen, es gibt mir niemand das Geleit.

Man hat mir nicht den Rock zerrissen (es wär‘ auch schade für das Kleid), noch in die Wange mich gebissen vor übergroßem Herzeleid.

Auch keinem hat‘s den Schlaf vertrieben, dass ich am Morgen weiter geh. Sie konnten‘s halten nach Belieben, von einer aber tut‘s mir weh.

Der Panther (im Jardin des Plantes, Paris) 06.11.1902, Rainer Maria Rilke  Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd‘ geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf; dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille – und hört im Herzen auf zu sein.

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Herbsttag 21.9.1902, Rainer Maria Rilke Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Das Karussell 
(im Jardin du Luxembourg, Paris)
Juni 1906, Rainer Maria Rilke Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen; ein böser roter Löwe geht mit ihnen und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald, nur dass er einen Sattel trägt und drüber ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt. Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge und hält sich mit der kleinen heißen Hand, dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge. Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und auf den Pferden kommen sie vorüber, auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge schauen sie auf, irgendwohin, herüber – und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, daß es endet, und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel. Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet, ein kleines kaum begonnenes Profil. Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet, ein seliges, das blendet und verschwendet an dieses atemlose blinde Spiel.

Die Ameisen Joachim Ringelnatz In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen. Bei Altona auf der Chaussee, da taten ihnen die Beine weh, und da verzichteten sie weise, dann auf den letzten Teil der Reise.
Ich weiss Clemens Brentano Ich weiß wohl, was dich bannt in mir, die Lebensglut in meiner Brust, die süße zauberhafte Zier, der bangen tiefgeheimen Lust,
die aus mir strahlet, ruft zu dir.

Schließ mich in einen Felsen ein, ruft doch arm Lind durch Mark und Bein. Komm, lebe, liebe, stirb an mir, leg dir diesen Fels auf deine Brust – Du mußt, mußt.

Lebensgruß
(aus „Buch der Lieder“)
Heinrich Heine Eine große Landstraß ist unsere Erd, wir Menschen sind Passagiere, man rennet und jaget, zu Fuß und zu Pferd, wie Läufer oder Kuriere.

Man fährt sich vorüber, man nicket, man grüßt, mit dem Taschentuch aus der Karosse, man hätte sich gerne geherzt und geküßt, doch jagen von hinnen die Rosse.

Kaum trafen wir uns auf derselben Station, Herzliebster Prinz Alexander, da bläst schon zur Abfahrt der Postillion, und bläst uns auseinander.

Ein Frauenschicksal (aus „Neue Gedichte“)  Heinrich Heine  So wie der König auf der Jagd ein Glas ergreift, daraus zu trinken, irgendeines, und wie hernach der welcher es besaß es fortstellt und verwahrt als wär es keines:

So hob vielleicht das Schicksal, durstig auch, bisweilen Eine an den Mund und trank, die dann ein kleines Leben, viel zu bang sie zu zerbrechen, abseits vom Gebrauch.

Hinstellte in die ängstliche Vitrine, in welcher seine Kostbarkeiten sind (oder die Dinge, die für kostbar gelten).

Da stand sie fremd wie eine Fortgeliehne und wurde einfach alt und wurde blind und war nicht kostbar und war niemals selten.

Mondnacht  Joseph von Eichendorff  Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküßt, daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, es rauschten leis die Wälder, so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

Deutsche Dichter
Griechische Sagen

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