Deutsche Innenminister


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Wie viele Deutsche Innenminister waren seit 1949 im Amt?

Von 1949 bis heute waren für die BRD (1949-1990) und Deutschland (1990 bis heute) 20 Deutsche Innenminister im Amt. Als 1989 die Mauer fiel war Wolfgang Schäuble unser Bundesminister des Inneren.

Wer war der erste Deutsche Innenminister?

Gustav Heinemann von der CDU wurde 1949 zum ersten Bundesminister des Innern ernannt. Er trat aber schon ein Jahr später am 9. Oktober 1950 wieder zurück. Grund waren Meinungsverschiedenheiten mit Bundeskanzler Adenauer zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Kuriosum: Aus dem gleichen Grund trat er 1952 (er war immerhin Gründungsmitglied der CDU) aus der Partei aus und – Achtung! – 1957 in die SPD ein. Als SPD-Politiker wurde er später Justizminister (1966-1969) und Deutscher Bundespräsident (1969-1974). 

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Deutsche InnenministerIm AmtLebzeitenWar außerdem (Auswahl)
Gustav Heinemann (CDU)1949-19501899-1976Der erste deutsche Innenminister war vor seinem Amtsantritt Oberbürgermeister von Essen (1946-1949). Allerdings trat er nach nur einem Jahr trat er am 9.Oktober 1950 von seinem Amt zurück. Grund waren Meinungsverschiedenheiten mit Konrad Adenauer zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Dies war auch der Grund, warum er die CDU 1952 verließ und 1957 in der SPD eintrat. Für die Sozialdemokraten wurde er später Deutscher Justizminister (1966-1969) und schließlich auch Deutscher Bundespräsident von 1969 bis 1974.
Robert Lehr (CDU)1950-1953 1883-1956Von 1924-1933 Oberbürgermeister in Düsseldorf. Nach dem Krieg (1945) einer der Mitbegründer der CDU. 1948/49 Mitglied im Parlamentarischen Rat. 
Gerhard Schröder (CDU)1953-1961 1910-1989Außenminister (1961-1966) und Verteidigungsminister (1966-1969). Der Jurist und Rechtsanwalt ist – bei gleicher Schreibung – nicht zu verwechseln mit dem späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD.
Hermann Höcherl (CSU)1961-1965 1912-1989Der Jurist war 1931 bis 1932 und von 1935 bis 1945 Mitglied der NSDAP. Nach dem Krieg Rechtsanwalt und Staatsanwalt in Deggendorf. Von 1965-69 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft sowie 1953 bis 1976 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Paul Lücke (CDU)1965-1968 1914-1976Der gelernte Schlosser studierte während des Krieges Maschinenbau und verlor 1944 ein Bein (bei einem Angriff). Nach dem Krieg war er von 1954-66 Präsident des Deutschen Gemeindetages sowie von 1957 bis 1965 Bundesminister für Wohnungsbau.
Ernst Benda (CDU)1968-1969 1925-2009Der Berliner Jurist und Rechtsanwalt war ab 1957 Mitglied des deutschen Bundestages und später u.a. auch Präsident des Bundesverfassungsgericht (1971-1983)
Hans-Dietrich Genscher (FDP)1969-1974 1927-2016Genscher wurde mit 16 Jahren zum Luftwaffenhelfer eingezogen und musste von 1943-45 Kriegsdienst leisten. Nach dem Krieg (und einer schweren Tuberkulose-Erkrankung) studierte er von 1946-49 Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Ab 1956 Rechtsanwalt und Anwaltsassessor. Von 1974-1992 war er (fast ununterbrochen) Außenminister sowie FDP-Bundesvorsitzender von 1974-1985.
Werner Maihofer (FDP)1974-1978 1918-2009Als junger Mann nahm er als Eiskunstläufer an den olympischen Winterspielen 1936 teil. Von 1939-45 war er Soldat im 2. Weltkrieg und studierte nach Kriegsende Jura in Freiburg. Der spätere Professor, Rechtswissenschaftler und Rechtsphilosoph war vor seinem Amt als Innenminister zudem Bundesminister für besondere Aufgaben (1972-1974).
Gerhart Baum (FDP)1978-1982 1932Mit dem Beginn seines Jurastudiums in Köln (1954) trat er in die FDP ein. Von 1962 bis 1972 war er Mitglied der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und von 1972-78 Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren. Der liberale Politiker und Rechtsanwalt ist gegen einen Überwachungsstaat und setzt sich bis heute für den Schutz der Bürgerrechte ein.
Jürgen Schmude (SPD)09/
1982 
1936Ab 1955 studierte er Rechts- und Theaterwissenschaften sowie Germanistik. Nach seiner Promotion arbeitete er u.a. Rechtsanwalt in der Sozietät von Bundespräsident Gustav Heinemann. Von 1978-81 war er Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und von 1981-82 Bundesjustizminister. Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition übernahm er am 17. September 1982 für zwei Wochen das Amt des Innenministers.
Friedrich Zimmermann (CSU)1982-1989 1925-2012Nach dem Kriegseinsatz (und der Mitgliedschaft in der NSDAP 1943-45) studierte er Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in München. Der spätere Rechtsanwalt war ein langjähriger Weggefährte und Freund von Franz Josef Strauß, der ihn auch 1948 zur CSU-Mitgliedschaft animierte. Dort war er in die bayerische Spielbankenaffäre (1955-62) verwickelt, 1960 wegen fahrlässigen Falscheids verurteilt, aber (aufgrund verminderter geistiger Leistungsfähigkeit durch Unterzuckerung!!!) wieder freigesprochen, was ihm den Spitznamen „Old Schwurhand“ einbrachte. Von 1965 bis 1972 war er Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und von 1989-91 Bundesverkehrsminister.
Wolfgang Schäuble (CDU)1989-1991 1942Schäuble studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und arbeitete anschließend als Wirtschaftsprüfer, später auch als  Regierungsrat beim Finanzamt Freiburg. Er war zudem als Rechtsanwalt tätig, bevor er von 1984-89 zum Bundesminister für besondere Aufgaben ernannt wurde. Während seiner Amtszeit als Innenminister wurde auf ihn ein Attentat verübt (12.10.1990), weshalb er bis heute querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Siehe auch 2. Amtszeit von 2005-09.
Rudolf Seiters (CDU)1991-1993 1937Bundesminister für besondere Aufgaben (1989-1991); Präsident des DRK (2003-2017)
Manfred Kanther (CDU)1993-1998 1939Landesvorsitzender der hessischen CDU (1991-1998)
Otto Schily (SPD)1998-2005 1932Mitbegründer und Mitglied der GRÜNEN (1980-1989).
Wolfgang Schäuble (CDU)2005-2009 19422. Amtszeit als Innenminister nach 1989-91. Danach kämpfte er als Bundesfinanzminister (2009- 17) u.a. gegen Steuerhinterziehungen und illegale Cum-Cum-Geschäfte. 2014 schaffte er den ersten ausgeglichenen Bundeshaushalt seit 1969 („die schwarze Null“). Seit Oktober 2017 ist er Präsident des Deutschen Bundestages. 
Thomas de Maizière (CDU)2009-2011 1954Bundesminister für besondere Aufgaben (2005-2009); Verteidigungsminister (2011-2013)
Hans-Peter Friedrich (CSU)2011-2013 1957stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (2009-2011)
Thomas de Maizière (CDU)2013-2018 19542. Amtszeit nach 2009-11. Zuvor Bundesminister für besondere Aufgaben (2005-2009) und Verteidigungsminister (2011-2013)
Horst Seehofer (CSU)seit 3/2018 1949Der 20. Innen-, Bau- und Heimatminister war von 2008 bis 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern.

Bundesminister (Teil 1)
Deutsche Außenminister

Taschenhirn-Leser fragen auch:

Wie heißt der aktuelle Innenminister Deutschlands?

Der am 4. Juli 1949 in Ingolstadt geborene Horst Seehofer ist seit März 2018 aktueller deutscher Innenminister, Bau- und Heimatminister. Zuvor war der CSU-Politiker von 2008 bis 2018 bayerischer Ministerpräsident. Weitere spannende Fakten finden Sie auf Taschenhirn.de und im Wissensbuch mit 344 Listen.

Wie viele Innenminister gab es bis heute in Deutschland?

Das Amt war von 1949 bis heute 20 mal vergeben – an 18 verschiedene Innenminister (Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière waren je 2 x Innenminister). Kuriosum: Jürgen Schmude von der SPD hatte das Amt nach der sozial-liberalen Koalitionsbruch nur übergangsweise für 2 Wochen inne (vom 17.9. bis 1.10.1982). Weitere spannende Fakten finden Sie auf Taschenhirn.de und im Wissensbuch mit 344 Listen.

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Quellen zur Liste „Deutsche Innenminister“.

Bundesminister des Inneren (Web), Die Bundesregierung (Web), Bundestag.de (Web) sowie diverse Fachbücher über deutsche Innenminister, Wikipedia u.v.a.


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