Musikalische Fachbegriffe


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Musikalische Fachbegriffe gibt es Hunderte wenn nicht sogar Tausende. Wir haben für Sie die wichtigsten und am häufigsten gebrauchten musikalische Fachbegriffe ausgewählt und in folgender Tabelle aufgelistet.

Musikalische FachbegriffeMusikalische Fachbegriffe & ihre Bedeutung
AccelerandoSchneller werdend bzw. Beschleunigung des Tempos
AdagioLangsames, ruhiges, gemächliches Tempo. Die Abgrenzung zu den Tempi Largo und Lento war lange Zeit unklar, heute wird Largo aber als sog. „doppeltes Adagio“ gespielt, d.h. es ist noch breiter und langsamer als Adagio.
AkkordZusammenklang von mindestens drei in der Tonhöhe verschiedenen Tönen.
AllegroAllegro ist ein schnelles, heiteres (italienisch: fröhlich) Musikstück.
BallettSeit Beginn des 18. Jahrhunderts eine öffentliche Tanzvorführung
BelcantoAuch Belkanto geschrieben, ist ein Gesangsstil mit besonderer (Gesang-)Technik, vorzugsweise in der italienischen Oper 1810-1845 angewandt. Typische Opern-Komponisten, die Belcanto einsetzten, waren Donizetti, Bellini und Rossini. Richard Tauber (1891-1948) bezeichnete man später als den „König des Belcanto“
CrescendoItalienisch für wachsend oder Anschwellen der Lautstärke. Im Gegensatz dazu: decrescendo, leiser werdend.
DurTongeschlecht, das durch die als „hell“ empfundene große Terz (siehe Tonleiter) über dem Grundton charakterisiert ist. Auf der Dur-Tonleiter findet sich demnach ein Halbton zwischen dem 3. und 4. und zwischen dem 7. und 8. Ton.
DynamikGibt die Lautstärke vor, zu der ein Musikstück gespielt werden soll. Zum Beispiel: Fortissimo = sehr laut; Forte = laut; Mezzoforte = mäßig laut; Piano = leise; Pianissimo = sehr leise; Fortepiano = erst laut und sofort wieder leise.
ForteKräftige, laute Tonstärke, davon abgeleitet werden fortepiano (stark und im nächsten Moment leise), mezzoforte (mittelstark), fortissimo (sehr stark), fortefortissimo (besonders stark). Das dynamische Gegenstück zu Forte ist Piano.
FugeKomposition mit einem Thema, das nach dem ersten Einsatz im Quint- oder Quartabstand (siehe Tonleiter) neu einsetzt. Die Melodie wird dabei von weiteren Instrumenten oder Solisten in einer anderen Tonart aufgegriffen.
IntervallNennt man den Abstand zwischen zwei Tönen. Intervalle sind zum Beispiel: die Sekunde (zwei Töne), Terz (drei Töne), Quarte (vier Töne), Quinte (5 Töne), Oktave (acht Töne).
KammertonGibt vor, wie ein Ton zu klingen hat. Die Schallwellen des Tones „a“ beispielsweise muss genau 440 mal (440 Hertz) in der Sekunde schwingen. Hat man diesen Ton gefunden, werden darauf aufbauend alle Instrumente eines Orchesters oder Band gestimmt. Den Kammerton finden Musiker mit Hilfe einer Stimmgabel.
KanonEine besondere Form der Fuge, wobei mehrere Stimmen oder Instrumente a) zeitlich versetzt (strenger Kanon) die selbe Melodie singen bzw. spielen oder b) die Melodie von einem vorwärts, vom andere rückwärts gespielt wird (Kreuzkanon bzw. Krebskanon) oder c) die selben Töne von einem aufwärts und vom anderen abwärts gesungen oder gespielt werden (Spiegelkanon).
KantateBesteht aus mehreren Sätzen, in denen neben Musikern auch Chöre und Solisten zum Einsatz kommen.
KonsonanzZusammenklingen harmonisch verwandter Töne, z. B. im aus Grundton, Terz und Quinte (siehe Tonleiter) gebildeten Akkord.
KonzertMeist dreisätziges Musikstück für ein Soloinstrument; Ausnahme: Concerto grosso ist ein Konzert für ein ganzes Orchester.
LargoSehr langsames, gemächliches Tempo. Im Vergleich zu Adagio noch ruhiger und noch breiter. Das selten gespielte Lento ist ähnlich langsam wie Largo, nur nicht so gewichtig.
MollTongeschlecht, das durch die kleine Terz (siehe Tonleiter) über dem Grundton charakterisiert ist. Lateinisch „mollis“ (weich). Auf der Moll-Tonleiter findet sich demnach ein Halbton zwischen dem 2. und 3. sowie zwischen dem 5. und 6. Ton.
OktaveDas Intervall zwischen einem tiefen und hohen Ton (zum Beispiel dem tiefen und hohen c) ist eine Oktave (aus dem lateinischen für acht). Sie umfasst daher immer die folgenden acht Töne c, d, e, f, g, a, h, c.
OperEine Oper ist ein groß angelegtes Bühnenwerk, bei dem die Darsteller – unterstützt von einem Orchester – ihre Texte singen.
OperetteDie Operette unterscheidet sich zur Oper darin, dass die Darsteller ihre Rollen singen UND sprechen. Eine Operette ist in der Regel oft heiter, lebhaft, komisch, vergnügt. Sie ist der musikalische Vorgänger des Musicals. Als „Vater der modernen Operette“ gilt der in Offenbach gebürtige Jacques Offenbach.
OpusIst das durchnummerierte Gesamtwerk eines Komponisten. Jedes Musikstück erhält in entsprechender Reihenfolge den Zusatz op. Für Mozart beispielsweise gibt es ein eigenes Verzeichnis, welches Ludwig Köchel 1862 angelegt hat, das sog. „Köchelverzeichnis“ (KV).
OratoriumMehrteiliges Musikstück für Sologesang, Chor und Orchester.
OuvertüreMusikalisches Vorspiel (Eröffnung) zu einer Oper oder Operette.
PartiturVollständige (untereinander angeordnete) Zusammenstellung einer Komposition für mehrere Stimmen bzw. Instrumente.
PastoraleMusikstück oder auch kleines Bühnenwerk, das eine friedliche, ländliche Atmosphäre beschwört.
PianoSanfte, leise Tonstärke (Dynamik). Daraus abgeleitet wird pianissimo (sehr leise),  pianopianissimo (äußerst leise) und mezzopiano (ziemlich leise). Dynamischer Gegenpol von Piano ist Forte.
PizzicatoBei Streichinstrumenten werden die Saiten nicht mit einem Bogen gestrichen, sondern mit der Hand gezupft.
PrestoItalienisch für schnell oder schnellstes musikalisches Zeitmaß, gelegentlich noch zu „Prestissimo“ gesteigert.
RefrainEin wiederkehrender textlich/musikalischer Reim zwischen den Strophen.
RondoMusikalischer Gedanke wird immer wiederholt und zwischen anderen Episoden eingeschoben.
SequenzWiederholung eines musikalischen Gedanken auf einer anderen Tonstufe, abwertend auch „Schusterfleck“ genannt.
SerenadeIst ein leichtes, verspieltes Ständchen, das vorzugsweise abends oder im Freien gespielt wird. Berühmte Serenade ist beispielsweise „Die kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
Sinfonie oder SymphonieIst ein groß angelegtes Instrumentalwerk, das in der Regel aus vier Sätzen besteht, wobei jeder Satz in einem anderen Tempo gespielt wird. Der erste ist oft schnell (Allegro), der zweite etwas langsamer (Adagio), der dritte gemäßigt lebhaft (Andante) und der vierte wieder schnell (Presto, Vivace oder Allegro) angelegt. Joseph Haydn hat die Sinfonie zwar erstmals „entworfen“, aber Ludwig van Beethoven hat sie mit seinen berühmten Neun perfektioniert.
SonateInstrumentales „Klingstück“ für Solo-Instrumente (i.d.R. für Klavier und Violine); Gegenstück ist die Cantate („Singstück“).
StaccatoEine Note wird technisch so angespielt, dass sie kürzer klingt, als auf dem Notenblatt vorgesehen. Das Zeichen für Staccato ist ein Punkt ober- oder unterhalb der Note.
StimmlagenDie weiblichen Stimmlagen unterscheidet man von oben nach unten in „Sopran“, „Mezzosopran“ und „Alt“, bei den Sängern „Tenor“, „Bariton“ und „Bass“.
Streich-quartettEin Streichquartett besteht immer (wie der Name schon verrät) aus 4 Streichinstrumenten, nämlich zwei Violinen, einer Bratsche und einem Cello.
StringendoEilend, schneller werdendes Tempo
SuiteEin aus mehreren Sätzen bestehendes Werk, welches Tänze oder instrumentale Musikarten enthalten kann.
TempiGibt das Tempo vor, wie schnell ein Musikstück gespielt werden soll, zum Beispiel: Presto = äußerst schnell; Vivace = lebhaft; Allegro = schnell; Andante = behäbig, gehend; Adagio = langsam
TöneIn der Musik unterscheidet man zwischen den 8 Grundtönen c, d, e, f, g, a, h, c und den 10 Halbtönen, die entweder eine halbe Note höher (cis, dis, fis, gis, ais) oder um einen halben Ton tiefer (des, es, ges, as, b) der Grundtöne liegen.
Tonleiteri.d.R. sind 8 Töne auf der Tonleiter (1 = Prim, 2 = Sekunde, 3 = Terz, 4 = Quarte, 5 = Quinte, 6 = Sexte, 7 = Septime, 8 = Oktave).
VerismoBedeutet „Wahrheit“ bzw. „Realismus“ und war eine Stilrichtung der italienischen Oper in der Zeit 1890 bis 1920. Typisch veristische Opern sind „Der Bajazoo“ von Leoncavallo und die „Cavalleria Rusticana“ von Mascagni.
Zwölfton-musikDie (wie der Name schon sagt) zwölf Töne (c, cis, d, dis, e, f, g, gis, a, b, h) stehen bei dieser (von Arnold Schönberg entwickelten Musik) gleichberechtigt (auf einer Grundreihe) nebeneinander. Der schroffe, harmonielose Klang ist stark gewöhnungsbedürftig.

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Quellen zur Liste „Wichtige musikalische Fachbegriffe“

Musikbücher, Bücher über musikalische Fachbegriffe, Klassikmagazine, Opernführer, Wikipedia etc.


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