Rhetorische Mittel


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Es gibt unglaublich viele rhetorische Mittel. Die meisten davon haben es aus der Antike (Rhetorik = altgriechisch „Redekunst“) bis in unseren heutigen Sprachgebrauch geschafft. Und das Besondere: Fast in allen Sprachen rund um den Globus werden sie seit Tausenden von Jahren angewandt. Wir haben euch in dieser Liste die häufigsten rhetorischen Stilmittel aus unserer Sprache aufgelistet und zum bessern Verständnis auch gleich mit Beispielen versehen.

Nur so viel vorweg: Sprachwissenschaftler unterscheiden bei den rhetorischen Begriffen prinzipiell zwischen den „Figuren“ und „Tropen“. Figuren betreffen den Syntax, also die Satzlehre und beinhaltet die kunstvolle Anwendung mehrerer Wörter oder Wortgruppen. Die Tropen betreffen dagegen die Semantik, also die Bedeutungslehre und beinhaltet die kunstvolle Anwendung einzelner Zeichen, Symbole, Wörter oder Wortteilen.

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Rhetorische 
Mittel
Rhetorische Mittel: Erklärung mit Beispielen
AlliterationStabreim mit zwei oder mehreren Wörter, die mit demselben Buchstaben beginnen: „Kind und Kegel“, „Stock und Stein“ oder „Milch macht müde Männer munter“.
AnagrammWörter oder Sätze, die durch Umstellung der Buchstaben einen neuen Sinn ergeben: Ampel – Palme – Lampe.
AnapherRegelmäßige Wiederholung ganzer Wörter oder Teilsätze am Vers- bzw. Strophenanfang. Steht die Wiederholung am Ende eines Satzes ist es ein Epipher.
AntonymeGegensätzliche Begriffe wie Tag und Nacht, hell und dunkel, reich und arm.
AssonanzÄhnlich wie die Alliteration, mit dem Unterschied, dass bei einem Halbreim nur die Vokale (nicht die Konsonanten) gleich klingen: „Der Mond von einem Wolkenhügel“.
ChiasmusÜberkreuzstellung von zwei gleichen oder ähnlichen Wörtern in Versen: „Welch Glück, geliebt zu werden. Und zu lieben, welch ein Glück.“
DiphthongZwei Vokale, die zusammen ausgesprochen einen eigenen Laut ergeben (au,ei, äu, eu) wie z.B. Europa, Leise, Haus.
EmphaseNachdrückliche, begeisterte, zustimmende Ausdrucksweise als „Kraft des Ausdrucks“ und zur Betonung bzw. Hervorhebung von Aussagen. „Wir leben in einer Wahnsinns-Zeit“, er ist ein „Super-Typ“, sie eine „Mega-Frau“.
EpipherÄhnlich wie Anapher, nur dass hier die Wiederholung von Wörtern oder Satzteilen am Ende eines Verses oder von Strophen steht. Berühmtes Beispiel ist das Gedicht „Das Karussell“ vom berühmten Dichter Rainer Maria Rilke, in dem jede Strophe mit der gleichen Zeile „Und dann und wann, ein weißer Elephant“ endet.
Euphe-mismusEin unangenehmes Wort, das durch ein (etwas) schöneres Wort ersetzt wird, wie z.B. der Sensenmann für Tod.
HexameterSechsfüßiger Vers (berühmt sind Ilias & Odyssee, die Homer schrieb).
HomofoneRhetorische Mittel und Begriffe, die gleich klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden: Leere vs. Lehre oder Miene vs. Mine.
HomonymeIdentisch geschriebene rhetorische Mittel und Begriffe, die aber eine unterschiedliche Bedeutung haben, wie z.B. Bank (Geldhaus und Sitzplatz)
HyperbelBewusste Übertreibung: „Das hab ich dir schon Tausend Mal gesagt“.
HypotaxeHypotaxen sind klassische Schachtelsätze und Bandwurmsätze. Haupt- und Nebensätze werden dabei mit vielen Konjunktionen (und, dann, denn, oder etc.) verbunden.
InversionUmkehrung der klassischen Wortstellung, in der das Verb vor dem Subjekt steht wie z.B. „Der Himmel ist blau“ > „Blau ist der Himmel“.
KatachreseVerknüpfung nicht zusammenhängender Begriffen zur Bildung neuer Wörter: „Tisch-Bein“ oder „Fluss-Bett“. Aber auch bildhafte Sätze und Verbindungen zweier unterschiedlicher Redensarten wie „Schuster, bleib bei deinen Birnen“.
KlimaxReihe sich steigernder Wörter (meist dreistufig): „Ich kam, ich sah, ich siegte“ oder „Gut. Besser. Paulaner.“
LitotesBewusste Untertreibung zur Vermeidung des Gegenteils: „Das ist nicht übel“ (gesprochen, obwohl es richtig schlecht ist).
MetapherBildhafte Redeweise (oft zur Veranschaulichung von abstrakten Begriffen): „Er kämpfte wie ein Löwe“ oder „Nussschale“ für ein Boot oder „Er/Sie bricht mir das Herz“ für Liebeskummer und emotionale Verletzungen.
MetonymieUmbenennung und Vertauschen von Wörtern (oft Kurzformen), die „tatsächlich“ für einen Begriff stehen (und nicht im „übertragenen“ Sinn wie bei der Metapher). Beispiel: „Unsere Elf“ = deutsche Fußball-Nationalmannschaft oder „Berlin (statt Politik) bleibt hart“. 
OxymoronVerbindung von gegensätzlichen, sich oft widersprechenden Begriffen: „stummer Schrei“; „Hassliebe“; „Minuswachstum.
PalindromWörter oder Sätze, die vorwärts wie rückwärts gelesen, den gleichen Sinn ergeben: „Lagerregal“; „Rentner“; „Ein Esel lese nie“. Laut Guinnessbuch der Rekorde ist der „Reliefpfeiler“ das längste Palindrom der deutschen Sprache.
ParadoxonEine in sich selbst widersprechende, gegensätzliche Aussage: „Weniger ist mehr“; „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.
ParallelismusSätze, die aus einem parallelen Syntax (Satzlehre) bestehen. Dabei werden zwei (oder mehrere) aufeinander folgende Sätze gleicher Satzarten (egal, ob Haupt-, Neben- oder Fragesätze) angewandt, wie zum Beispiel: „Ich bin reich, du bist arm“ oder „Sie hören weit, sie sehen fern“ von Erich Kästner.
PathosEmotionale, appellierende Rede, die durch schönbildhafte Metaphern und begeisterter Überziehungen besticht. Die Aussagen werden zusätzlich durch Stimmführung, Gestiken und Mimiken des Redners unterstrichen. 
Personi-fikationDinge oder abstrakte Begriffe werden mit menschlichen Eigenschaften versehen: „Da lacht das Herz“ oder „Der Himmel weint“.
PleonasmusDoppelte, sinngleiche Wortarten: „kleiner Zwerg“; „schwarzer Rabe“; „alter Greis“; „weißer Schimmel“.
Rhetorische FrageEine rhetorische Frage dient nicht dem Informationsgewinn. Sie wird gestellt, auf sie keine Antwort erwartet wird. Sei es, um etwas betonen oder um die Gedanken zu überbrücken. „Wer ist schon perfekt?“ oder „Seid ihr bekloppt?“ oder „Ist das wirklich dein Ernst?“.
SynekdocheDas Besondere wird verallgemeinert, Singular wird zu Plural, Begriffe werden als Ersatz zur Betonung des Allgemeinen verwendet z.B. „Wir leben alle unter einem Dach (statt Wohnung)“, aber auch: „Iss deinen Teller (statt Essen) auf“.
SynonymGleichbedeutender oder sinnverwandter Begriff, wie z.B. reich, wohlhabend, vermögend – und weitere rhetorische Mittel.
TautologieVerwendung mehrerer sinnverwandter Wörter (Synonyme) um einen Sachverhalt hervorzuheben. „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“ oder auch „voll und ganz“ und „nie und nimmer“.

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