Liste ≡ Große Philosophien
Für Sie im Überblick: 40 Große Philosophien in einer Liste.
Große Philosophien und ihre berühmten Vertreter.
Mit Klick auf ➕ finden Smartphone-User weitere Infos über große Philosophien und deren berühmte Vertreter. Das Wort „Philosophie“ stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet „Die Liebe zur Weisheit“.
| Große Philosophien | Inhalt & Grundsätze der Philosophie | Berühmte Vertreter |
|---|---|---|
| Atheismus | Der Atheismus ist die Auffassung, dass es keinen Gott oder keine Götter gibt oder dass man keinen ausreichenden Grund hat, an deren Existenz zu glauben. Atheisten lehnen religiöse Dogmen ab und glauben an moralische Werte und die Sinnhaftigkeit im Leben. Übrigens: Das Wort stammt aus dem Griechischen: a- = ohne und theos = Gott. Also „ohne Gott“. Unterschied zum Agnostizismus > hält die Frage nach Gottes Existenz für ungeklärt oder grundsätzlich nicht entscheidbar. |
Ludwig Feuerbach, Bertrand Russell, Richard Dawkins |
| Aufklärung | Die Aufklärung war eine geistige und philosophische Bewegung des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihr Ziel war es, Menschen von Unwissenheit, Vorurteilen und blindem Autoritätsglauben zu befreien = Erzieherische Schriftform, die sich an die Bürger wendet. Stellt den Menschen und seine Verantwortung in den Mittelpunkt. Der berühmteste Leitspruch stammt von Immanuel Kant: „Sapere aude!“ – „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ | John Locke, Max Horkheimer, Adorno, Voltaire |
| Deismus | Gott hat zwar die Welt erschaffen, aber weder Staat noch Religion. Es gibt nur einen Gott als Schöpfer des Universums, dieser greift aber nach der Erschaffung nicht mehr in Alltag und das Leben ein. Die Existenz Gottes kann durch Vernunft und Beobachtung der Natur erkannt werden.
Unterschied zum Theismus: Gott erschafft die Welt und greift weiterhin in sie ein z. B. durch Wunder, Gebete, Offenbarungen etc. |
Vordenker der Aufklärung wie John Locke, John Toland, Leibniz, Adam Weishaupt |
| Deontologie | Die Deontologie sagt, dass moralisches Handeln vor allem von Pflichten, Regeln und Prinzipien abhängt – unabhängig davon, welche Konsequenzen sie hat. Moral basiert auf Pflichten und Regeln. Bestimmte Handlungen sind an sich richtig oder falsch, unabhängig vom Ergebnis. Die Absicht und das Prinzip hinter einer Handlung sind entscheidend. Berühmter Gedanke ist der kategorische Imperativ von Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz wird.“ | Immanuel Kant |
| Determinismus | Alle Handlungen sind durch eine Ereigniskette vorbestimmt. Willensfreiheit gibt es nicht. Nichts geschieht ohne Grund oder unabhängig von vorherigen Bedingungen. Jedes Ereignis ist durch vorausgehende Ursachen eindeutig bestimmt.
Will sagen: Jeder Zustand der Welt ergibt sich zwangsläufig aus den Zuständen, die ihm vorausgingen. Das gilt nach deterministischer Sicht nicht nur für Naturereignisse, sondern auch für menschliche Entscheidungen und Handlungen. |
Albert Einstein, Max Planck, David Hume, John Locke |
| Dialektik |
Kunst der Beweisführung mit These (Ausgangsbehauptung), Antithese (ihr Gegensatz oder Widerspruch) und Synthese (eine neue, höhere Einsicht, die beide Seiten überwindet oder verbindet). Widersprüche sind nicht nur Probleme, sondern treiben Erkenntnis und Entwicklung voran. Man unterscheidet in: Sokratische Dialektik = durch Fragen und Gegenfragen zur Erkenntnis. Hegelsche Dialektik = Entwicklung von Ideen durch Widersprüche. Materialistische Dialektik = bei Karl Marx und Friedrich Engels als Motor gesellschaftlicher Entwicklung |
Heraklit, Sokrates, Hegel |
| Dogmatismus | Eine Meinung wird als absolut sicher angenommen, ohne sie ernsthaft zu prüfen oder Zweifel zuzulassen. Orientierung an überlieferte Denkweisen, die nicht überprüft werden oder wurden. Ganz nach dem Motto: „Meine Ansicht ist immer richtig, andere Meinungen sind falsch.“ | Blaise Pascal |
| Dualismus | Die Welt wird von Gegensätzen bestimmt, Gut und Böse, Gott und Teufel, Geist und Materie etc. Am bekanntesten ist der Seelen-Leib-Dualismus: Dabei wird zwischen dem Geist (Seele, Bewusstsein) und dem Körper (Materie) unterschieden. Varianten zum Dualismus sind: Substanzdualismus = Geist und Körper sind zwei unterschiedliche „Substanzen“ und Eigenschaftsdualismus = Es gibt nur eine Substanz (Materie), aber zwei Arten von Eigenschaften (physisch und mental). | Karl Popper, John Eccles, René Descartes, Leibniz, Thomas Henry Huxley |
| logischer Empirismus | Erfahrungsphilosophie, die auf metaphysische Elemente verzichtet. Nur Aussagen, die entweder logisch beweisbar oder empirisch überprüfbar sind, haben eine sinnvolle Bedeutung. Wissen entsteht aus Erfahrung (Empirie) und muss durch Beobachtung überprüfbar sein. Logik und Mathematik dienen als präzises Werkzeug zur Strukturierung von Wissen. | Moritz Schlick, Ludwig Wittgenstein, George Berkeley, Rudolf Carnap, Otto Neurath |
| Epikurismus | Wahres Glück kommt nur durch Bescheidenheit. Maßlosigkeit führt ins Unglück. Wichtiger als exzessive Freude ist dauerhafte Zufriedenheit. Glück besteht nach dem Epikurismus nicht in Luxus oder ständigem Genuss, sondern in innerer Ruhe und Schmerzfreiheit. Dieses Ziel nennt Epikur Ataraxie (Seelenruhe) und Aponie (körperliche Schmerzfreiheit). | Epikur |
| Existenz-ialismus | Der Mensch ist nicht festgelegt, sondern muss sein Leben selbst gestalten, d.h. Der Mensch wird nicht mit einem festen „Wesen“ geboren. Erst durch seine Entscheidungen, Handlungen und Erfahrungen bestimmt er, wer er ist. Der Existenzialismus sagt also: Entscheidend ist nicht die Situation selbst, sondern wie jeder Einzelne damit umgeht. Jeder muss selbst entscheiden, welche Bedeutung er dem Ereignis gibt und wie er weiterlebt. | Karl Jaspers, Søren Kierkegaard, Jean Paul Sartre, Hannah Arendt, Henri Bergson |
| Humanismus | Der Mensch besitzt Würde, unabhängig von Herkunft, Religion oder Status – und ist fähig, sein Leben selbstbestimmt, vernünftig und verantwortungsvoll zu gestalten. Vernunft und Bildung sind die wichtigsten Mittel zur persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Ethik gründet sich auf menschliche Werte statt auf übernatürliche Autoritäten. Der klassische Humanismus entstand in der Renaissance. | Erasmus von Rotterdam, Thomas Morus, Francesco Petrarca, Johannes Reuchlin, Lorenzo Valla, Giovanni Pico della Mirandola |
| Säkularer Humanismus | Der säkulare Humanismus ist eine Form des Humanismus, die sich ausdrücklich ohne religiöse Grundlagen versteht. Er baut seine Werte und Weltanschauung ausschließlich auf Vernunft, Wissenschaft und menschlicher Erfahrung auf. Der Mensch kann Moral, Sinn und Orientierung selbst entwickeln – ohne Bezug auf Gott oder religiöse Offenbarung. | Paul Kurtz, Richard Dawkins, Christopher Hitchens |
| Idealismus | Das Geistige ist die eigentliche Grundlage der Wirklichkeit. Im Gegensatz zum Materialismus, der die Materie als grundlegend ansieht, betont der Idealismus, dass die Wirklichkeit ganz oder teilweise vom Geist abhängt. Die Welt wird durch unser Bewusstsein erkannt und mitgeprägt. Beispiel: Wenn du einen Baum betrachtest, nimmst du ihn durch deine Sinne und dein Bewusstsein wahr. Ein Idealist fragt: Können wir den Baum überhaupt unabhängig von unserem Bewusstsein erkennen? Oder wie George Berkeley sagte: „Sein heißt Wahrgenommenwerden.“ | Platon, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schelling, George Berkeley, Hölderlin, Hegel, Immanuel Kant |
| Konstruk-tivismus | Der Mensch hat nicht die Fähigkeit eine objektive Realität zu erkennen. Wir erkennen die Welt nicht so, wie sie an sich ist, sondern so, wie unser Gehirn und unsere Erfahrungen sie für uns erschaffen. Er „konstruiert“ sich eine eigene Wirklichkeit im Kopf. Schönes Beispiel: Zwei Personen erleben dasselbe Ereignis: Die eine empfindet es als große Chance. Die andere als Bedrohung. Man unterscheidet auch zwischen dem Radikalen K. und dem Erlanger K. | Ernst von Glasersfeld, Heinz von Foerster, Paul Lorenzen, Jean Piaget, Paul Watzlawick |
| Liberalismus | Der Liberalismus stellt die Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt. Kerngedanke: Freiheit, Selbstbestimmung und individuelle Rechte sind die Grundlage einer guten Gesellschaft. Die individuelle Freiheit des Geistes und des Menschen durch die Abschaffung von Gewalt und Zwängen. In anderen Worten: Der Mensch soll frei und selbstbestimmt leben können, geschützt durch Rechte und einen begrenzten Staat. | John Stuart Mill, Adam Smith, Karl Popper, Humboldt, Milton Friedmann, John Locke, Montesquieu |
| Materialismus | Der Materialismus geht davon aus, dass alles, was existiert, letztlich materiell ist. Also aus physischer Substanz besteht oder auf physische Prozesse zurückgeführt werden kann. Die unabhängige Existenz von Geist wird verneint. Wenn jemand denkt, fühlt oder entscheidet, erklärt der Materialismus das durch Vorgänge im Gehirn, Nervensystem und Körper. Gedanken sind dabei keine „getrennten geistigen Dinge“, sondern Resultate materieller Prozesse. | Ludwig Feuerbach, Demokrit |
| Monismus | Alle Vorgänge und Dinge der Welt werden mit einer einzigen Ursache bzw. Substanz begründet wie z.B. Urstoffe wie Wasser oder Luft oder Feuer. Alles, was existiert, gehört im Grunde zu einer einzigen Wirklichkeit – es gibt nicht zwei oder mehrere grundverschiedene Substanzen. Gegensatz von Dualismus und Pluralismus. | Thales von Milet, Baruch de Spinoza, Thomas Hobbes, Paul Thiry d’Holbach, Offray de La Mettrie, Ernst Haeckel |
| Naturalismus | Die Natur ist die einzige Wirklichkeit – und alles lässt sich durch Naturgesetze erklären. Alle Phänomene können aus natürlichen Gründen erklärt werden. Es gibt demnach keine übernatürlichen Erklärungen (z. B. Wunder oder göttliche Eingriffe im wissenschaftlichen Sinn). Menschliches Verhalten wird durch biologische, psychologische und soziale Faktoren erklärt. | Charles Darwin, Marx, Feuerbach, Wilfrid Sellars, Willard Van Orman Quine, Daniel Dennett, David Hume |
| Nihilismus | Es gibt keine verbindlichen Wahrheiten, keine objektiven Werte und keinen vorgegebenen Sinn des Lebens. Es gibt keine Moral und keine Religion. Das Leben hat keinen bestimmten Zweck, keinen objektiven Sinn. Es gibt auch keine objektiven moralischen Werte, kein „gut“ oder „böse“ an sich. | |
| Objektivismus | Wahrheit ist unabhängig vom Menschen. Sie existiert so, wie sie ist, auch wenn niemand sie wahrnimmt oder daran glaubt. Beispiel: „Die Erde kreist um die Sonne.“ – das ist wahr, unabhängig davon, ob jemand es glaubt oder nicht. | Ayn Rand |
| Optimismus |
Überzeugung vom Sieg des Guten im Leben. Diese Welt ist die beste aller möglichen. Die Welt und die Zukunft werden eher positiv als negativ bewertet. Herausforderungen werden als überwindbar angesehen. Probleme lassen sich lösen. Der Fokus liegt eher auf Chancen als auf Risiken. Rückschläge werden als vorübergehend betrachtet. Der Pessimist denkt: „Das wird nie wieder gut.“ Der Optimist denkt: „Das ist schwierig, aber es eröffnet auch neue Möglichkeiten.“ |
Gottfried Wilhelm Leibniz |
| Pantheismus | Gott ist die Gesamtheit aller Dinge. Er ist nicht außerhalb der Welt, sondern in allem und als alles zugleich vorhanden. Alles Existierende ist Ausdruck des Göttlichen. Natur, Kosmos und Gott sind nicht getrennt, sondern identisch oder untrennbar verbunden. | John Toland, Baruch Spinoza |
| Pessimismus | Überzeugung vom Sieg des Bösen im Leben. Diese Welt ist die schlechteste aller möglichen. Es wird eher mit Schwierigkeiten, Leid oder dem Scheitern von Vorhaben gerechnet als mit positiven Ergebnissen. Die Zukunft wird eher kritisch oder sorgenvoll gesehen. Rückschläge werden als dauerhaft oder typisch betrachtet. | Arthur Schopenhauer, Emil Cioran |
| Positivismus | Alle Erkenntnis beruht auf Wahrnehmung. Wahres Wissen erlangt man nur durch Experimente. Es soll sich ausschließlich auf Tatsachen, Beobachtungen und messbare Daten stützen – und nicht auf Spekulation oder Metaphysik. Metaphysische Fragen (z. B. über Gott oder das „Absolute“) gelten als nicht wissenschaftlich beantwortbar. Ziel ist eine klare, objektive und wertfreie Beschreibung der Welt. | Ludwig Wittgenstein |
| Pragmatismus | Methode der Wahrheitsprüfung anhand praktischer Konsequenzen einer Handlung. Der Pragmatismus vertritt die Auffassung, dass sich die Wahrheit einer Idee, Aussage oder Überzeugung daran zeigt, ob sie in der Praxis funktioniert und nützliche Folgen hat. Statt zu fragen „Ist diese Idee absolut wahr?“ fragt der Pragmatiker: „Welche praktischen Folgen hat es, wenn wir diese Idee für wahr halten? Funktioniert sie in der Wirklichkeit?“ | Charles Sanders Peirce, William James, John Dewey |
| Rationalismus | Erkenntnisse können nur durch Denken, Vernunft, Erfahrungen und logisches Schlussfolgern gewonnen werden. Die Vernunft ist zuverlässiger als die Sinne, weil diese täuschen können. Ein Rationalist würde sagen: „Auch ohne Experimente kann man durch logisches Denken bestimmte Wahrheiten erkennen (z. B. mathematische Sätze)“. | Blaise Pascal, Karl Popper, René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz |
| Realismus | Wirklichkeit, die nur im Erkennen erkannt wird. Die Welt ist so, wie sie ist – unabhängig davon, wie wir sie sehen oder interpretieren. Dinge existieren auch dann, wenn niemand sie wahrnimmt. | Bertrand Russell, Alfred Whitehead, Descartes, Spinoza, Aristoteles |
| Relativismus | Das Absolute ist nicht existent. Wahrheit oder Richtigkeit existiert, aber immer nur relativ zu einem bestimmten Standpunkt. Wahrheit, Wissen, Moral oder Werte gelten nicht absolut, sondern hängen immer von einem bestimmten Standpunkt, einer Kultur, einer Zeit oder einer Person ab. Während der Skeptizismus fragt: „Können wir überhaupt sicher wissen, was wahr ist?“, sagt der Relativismus eher: „Was wahr oder richtig ist, hängt vom jeweiligen Bezugssystem ab.“ | Protagoras |
| Scholastik | Mittelalterliche Methode der Beweisführung. Behauptungen werden in Pro/Contra zerlegt, abgewogen und danach „logisch“ auf ihre Richtigkeit entschieden. Die Wahrheit soll durch logisches Denken (Vernunft) geordnet und zugleich mit dem christlichen Glauben in Einklang gebracht werden. | Abealard, Aegidius von Rom, Roger Bacon, Adelard von Barth, Johannes Salisbury, Thomas von Aquin, Albertus Magnus, Anselm von Canterbury |
| Sensualismus | Alle Erkenntnis wird aus Empfindungen und Sinneswahrnehmungen abgeleitet. Alles Wissen beginnt mit Sinneserfahrungen. Ohne Wahrnehmung gäbe es kein Denken und keine Erkenntnis. Die Sinne (Sehen, Hören, Tasten usw.) sind die Grundlage allen Wissens. Geistige Vorstellungen entstehen aus gespeicherten Sinneseindrücken. | George Berkeley, John Locke, Étienne Bonnot de Condillac |
| Skeptizismus (auch Pyrrhonismus genannt) |
Zweifeln ist das Prinzip des Denkens. Es gibt keine Wahrheit und Wirklichkeit. Kritisches Hinterfragen von Behauptungen und Überzeugungen. Der Skeptizismus bedeutet nicht, alles abzulehnen oder an nichts zu glauben. Vielmehr fordert er dazu auf, Behauptungen kritisch zu prüfen und sich der Grenzen des eigenen Wissens bewusst zu sein. Gegensatz vom Dogmatismus. | Phyrrhon von Elis, Sextus Empiricus |
| Solipsismus | Nur die Existenz des eigenen, denkenden Ichs ist wirklich, alles Sein ist Bewusstsein. Die Außenwelt ist bloß ein Traum. Will sagen: Ich kann nur meine eigenen Gedanken und Wahrnehmungen sicher kennen – alles andere (die Außenwelt, andere Menschen) könnte eine Vorstellung meines Geistes sein. | Max Stirner |
| Sophisten |
Die Sophisten waren eine Gruppe von Wanderlehrern im antiken Griechenland (5. Jahrhundert v. Chr.), die sich darauf spezialisierten, Rhetorik, Argumentation und politische Bildung zu vermitteln. Sie interessierten sich weniger für „absolute Wahrheit“, sondern dafür, wie man überzeugend argumentiert und erfolgreich handelt – besonders in Politik und vor Gericht. Entscheidend ist also die Überzeugungskraft einer Rede, nicht unbedingt ihre objektive Wahrheit. Sprache und Argumentation sind zentrale Werkzeuge für Erfolg im öffentlichen Leben. Bildung ist eine erlernbare Fähigkeit, kein angeborenes Privileg. Berühmter Satz von Protagoras: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge.“ |
Protagoras, Prodikos, Thrasymachos, Hippias von Elis, Antiphon |
| Spiritualismus | Der Spiritualismus geht davon aus, dass das Geistige (Seele, Bewusstsein, Geist) die grundlegende Wirklichkeit ist und nicht die materielle Welt. Der Mensch besitzt eine unsterbliche Seele oder ein eigenständiges geistiges Prinzip. Alles Sein ist im Geistigen begründet. Geistige Kräfte oder Ebenen können Einfluss auf die materielle Welt haben. Die Wirklichkeit hat eine transzendente, nicht nur physische Dimension. | Thomas Müntzer, Rudolf Steiner |
| Stoa | Die Stoa (Stoizismus) ist eine antike philosophische Schule, die im alten Griechenland entstand und später in Rom weiterentwickelt wurde. Sie lehrt vor allem, Gelassenheit, Selbstbeherrschung, innere Ruhe und ein Leben im Einklang mit der Vernunft, Weisheit und Natur. Wirklich frei ist, wer seine inneren Reaktionen beherrschen kann. Ziel ist Ataraxie (innere Ruhe) bzw. seelische Unerschütterlichkeit.
Nicht die Dinge selbst machen uns glücklich oder unglücklich, sondern unsere Einstellung zu ihnen. Äußere Umstände (Reichtum, Krankheit, Erfolg) liegen oft nicht in unserer Kontrolle. Glauben an Physik, Logik und Vernunft (Ethik). |
Zenon von Kition, Kleanthes von Assos, Diogenes, Epiktetos, Mark Aurel, Epiktet, Seneca |
| Subjektivismus | Was wahr oder richtig ist, hängt von der Perspektive, Wahrnehmung oder dem individuellen Empfinden des einzelnen Menschen ab. Es gibt keine vollständig objektive Wahrheit, die für alle gleichermaßen gilt. Wahrnehmung, Gefühle und persönliche Erfahrungen prägen, was als „wahr“ gilt. | René Descartes |
| Theismus | Es gibt einen persönlichen Gott (oder mehrere Götter) gibt, der die Welt erschaffen hat (Schöpfer der Welt) und weiterhin auch lenkend ins Leben eingreifen. Er ist real, handelt bewusst und steht in Beziehung zur Welt und zu den Menschen. Im Gegensatz zum Deismus, der besagt, dass Gott nicht in das Leben eingreift. Theismus ist eine große Philosophie, die sich zum Monotheismus (Glaube an einen einzigen Gott z. B. Christentum, Islam, Judentum) und Polytheismus (Glaube an mehrere Götter z. B. antike griechische Religion) unterscheidet. | |
| Trans-zendentalismus | Der Transzendentalismus ist eine philosophische und literarische Strömung, die besonders im 19. Jahrhundert in den USA bekannt wurde. Im Zentrum steht die Idee, dass es höhere geistige Wahrheiten gibt, die über die reine sinnliche Erfahrung hinausgehen. Die Wahrheit liegt nicht nur in der äußeren Welt, sondern auch im Inneren des Menschen. Intuition und Selbstvertrauen sind wichtige Quellen der Erkenntnis. Individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung stehen im Mittelpunkt. | Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Immanuel Kant |
| Universalismus | Bestimmte Wahrheiten, Werte oder Prinzipien gelten für alle Menschen, unabhängig von Kultur, Zeit oder Ort. Alle Menschen haben einen gemeinsamen Wert und gleiche Würde. Oft verbunden mit Ideen von Menschenrechten und globaler Gültigkeit. | Platon, Aristoteles, Hegel, John Rawls |
| Utilitarismus | Jede Handlung sollte das größtmögliche Glück bzw. den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Menschen erzeugt. Gut ist, was nützlich ist und idealerweise das Glück aller betroffenen Menschen maximiert. Glück wird oft als Freude, Wohlbefinden oder Leidvermeidung verstanden. | Jeremy Bentham, John Stuart Mill |
| Voluntarismus | Der Voluntarismus ist eine philosophische Richtung, die dem Willen (voluntas) eine grundlegende Bedeutung für Wirklichkeit, Erkenntnis oder Handeln zuschreibt. Der Wille ist wichtiger als Vernunft und Denken. Er bestimmt unser Handeln stärker als reine Vernunft. In manchen Formen gilt der Wille als „Urprinzip der Welt“. Es gilt die Überzeugung: „Mein Wille, meine Motivation oder mein innerer Antrieb ist entscheidend.“ | Ferdinand Tönnies, Paul Barth, Arthur Schopenhauer, Johannes Duns Scotus |
| Vorsokratik | Die Vorsokratiker (die frühen griechischen Philosophen VOR Sokrates im 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr.) versuchten erstmals, die Welt nicht durch Mythen, sondern durch Vernunft und Naturprinzipien (Logos) zu erklären. Sie suchten nach dem Urprinzip (arché) aller Dinge. Der Glaube an Mythen und Götter wurde durch Mathematik und Gesetze der Naturwissenschaft ersetzt. Die sog. „Sieben Weisen von Griechenland“ gelten als Begründer der große Philosophien. | Thales von Milet, Heraklit, Pittakos, Bias, Solon, Kleobulos, Myson, Chilon von Sparta, Parmenides, Demokrit |
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Quellen zur Liste „Große Philosophien“:
Philosophie-Bücher über die großen Philosophen der Geschichte, Fachbücher über große Philosophien u.v.m.










