Deutsche Könige & Kaiser


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Deutsche Könige und Kaiser gemeinsam in einer Liste darzustellen war viel komplexer als wir anfangs dachten. Denn EIN Deutschland – wie wir es heute kennen – gab es damals nicht. Das Land war aufgeteilt in viele Ländereien wie Westfranken (heute Teil Frankreichs), Mittelreich, Langobarden etc. und alle hatte einen eigenen König. Darunter oft viele Brüder, Söhne und Cousins, die Mitkönige, Schattenkönige oder Gegenkönige waren.

Wir hoffen dennoch, dass Sie den Durchblick behalten. HRR bedeutet übrigens Heiliges Römisches Reich.

Mit Klick auf + finden Smartphone- & Tablet-User weitere Angaben über alle deutsche Könige und Kaiser.

Regierte von-bis Deutsche Könige Lebte von-bis Geschlecht König von (Krönungsjahr) Kaiser von (Krönungsjahr) Taten & Familie
457-751 MEROWINGER          
457-481 Childerich I. ?-481 Merowinger 1. fränkischer König   Sein Vater Merowech gilt als Stammvater der Merowinger.
481-511 Chlodwig I. 466-511 Merowinger Franken (481)   Schlacht von Zülpich, Schlacht von Vouillé
511-558 Theuderich, Chlodomer, Childebert, Chlothar I.   Reichsteilung Königshöfe in Reims, Orléans, Paris und Soissons   Burgundenkrieg (523-524), Schlacht an der Unstrut (531)
558-561 Chlothar I. 495-561 Merowinger Franken (558)   Burgundenkrieg bei Autun (532-534)
561-613 Charibert, Guntram, Sigibert, Chilperich   Reichsteilung Königshöfe in Reims, Orléans, Paris und Soissons   Merowingische Bruderkriege (561-584)
613-629 Chlothar II. (der Junge) 584-629 Merowinger Franken (613)   Sieg über Brunhilde, westgotische Königin von Austrasien und Burgund (613)
629-639 Dagobert I. 608-639 Merowinger Franken (629)    
638-687 Sigibert III., Chlodwig II.  

Reichsteilung

Königshöfe in Metz (Austrasien) & Paris (Neustrien)    
639-657  Chlodwig II. (der Faule) 634-657 Merowinger Franken (639)   Ging als „Faulenzerkönig“ in die Geschichte ein.
657-673  Chlothar III. 650-673 Merowinger Franken (657)   Seine Mutter Bathilde regierte für ihn die ersten Jahre.
673-687  Theuderich III. 653-691 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Neustrien (673), Burgund (675), Franken (675). Niederlage in der Schlacht bei Tertry (687). Pippin nahm ihn in Geiselhaft.
691-694  Chlodwig III. 677-694 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Franken (691)
694-711  Childebert III. 678-711 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Franken (694) 
711-716  Dagobert III. -716 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Franken (711)
721-737  Theuderich IV. 711-737 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Franken (721)
743-751  Childerich III. -755 Schattenkönig Schattenkönig   Schattenkönig von Franken (743); der letzte Merowinger-König wurde vom Papst 751 abgesetzt, geschoren und ins Kloster versetzt.
679-714  Pippin der Mittlere 635-714 Arnulfinger und Hausmeier Herrscher über Frankenland ohne Königstitel (679)   Nach dem Sieg bei Tertry (687) übernahm er die Macht, lies aber o.g. Schattenkönige im Amt.
717-741  Karl Martell 688-741 fränkischer Hausmeier Herrscher über Frankenland ohne Königstitel (717)   Sieg bei Tours gegen die Mauren (732); Schlacht bei Avignon (739)
741-747 Karlmann & Pippin der Jüngere   karolingische Hausmeier Reichsteilung   Karl Martell teilte sein Reich unter seinen beiden Söhnen auf. Karlmann wurde Hausmeier in Austrien, Thüringen und Alemannien und Pippin in Neustrien, Burgund und der Provence. Der dritte Sohn Grifo wurde von Karlmann (der 747 zurücktrat) ins Kloster gesteckt.
751-911 KAROLINGER           
751-768  Pippin der Jüngere 714-768 Karolinger Franken (751 in Soissons)   Sachsenkriege (753 und 757); Vater von Karl des Großen
768-771  Karlmann I. 751-771 Hausmeier Franken (768 in Soissons)    
768-814  Karl I. der Große 747-814 Karolinger Franken (768), Langobarden (774) Römischer Kaiser (800 in Aachen) Sachsenkriege (772 bis 804), Sieg über Langobarden (774); machte Andorra unabhängig
814-840  Ludwig I. der Fromme 778-840 Karolinger Franken (814) Römischer Kaiser (814 in Aachen) 831 abgesetzt; 834 wieder als König anerkannt.
843-876 Karl der Kahle, Lothar I., Ludwig II. der Deutsche   Reichsteilung Westfranken, Mittelreich, Ostfranken (843-876)   Aufteilung Frankens (843) im „Vertrag von Verdun“. Ostfranken wird das spätere Deutschland.
876-882  Ludwig III. der Jüngere 835-882 Karolinger Ostfranken (876)   Sieg bei Andernach (865) über Westfranken (Karl der Kahle).
876-880  Karlmann 830-880 Karolinger Bayern (876), Italien (877)    
876-888 Karl III. der Dicke 839-888 Karolinger Alemannien (876), Italien (880), Ostfranken (882) Römischer Kaiser (881)  
887-899 Arnulf von Kärnten  850-899 Karolinger Ostfranken (887), Italien (894) Römischer Kaiser (896)  
900-911  Ludwig IV. das Kind  893-911 Karolinger Ostfranken (900 in Forchheim)   Als 6-jähriger gekrönt; Berater waren Bischof Hatto von Mainz und Salomon III.
911-962 KONRADINER/
LIUDOLFINGER 
         
911-918  Konrad I. 881-918 Konradiner Ostfranken (911)   Auflösung des Reichsverband (911) und Gründung des Römisch-Deutschen Reichs
919-936  Heinrich I. 876-936 Liudolfinger Ostfranken (919 in Fritzlar)   Slawenfeldzüge (829); Sieg bei Riade (933) über die Ungarn
936-973  Otto I. der Große 912-973 Liudolfinger Ostfranken (936 in Aachen), Italien (951) Römisch-deutscher Kaiser (962) Sieg über Ungarn auf dem Lechfeld (955)
962-1806 HEILIGES RÖMISCHES REICH (HRR)           
961-983  Otto II. 955-983 Ottonen (HRR) Römischer König (961 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (973) Erst Mitkönig (ab 961), dann König (973). Erst Mitkaiser (ab 967), dann Kaiser (973).
983-1002  Otto III. 980-1002 Liudolfinger/
Ottonen (HRR)
Römischer König (983 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (996) 3 Regentinnen während seiner Kindheit. Erst Mutter Theophanu bis 991, dann Adelheid von Burgund bis 995 und Mathilde bis 999.
1002-1024  Heinrich II. 973-1024 Liudolfinger/
Ottonen (HRR)
Römischer König (1002 in Mainz) Römisch-deutscher Kaiser (1014) Drei Kriege gegen Polen; Mehrere Feldzüge nach Böhmen.
1024-1125 SALIER           
1024-1039  Konrad II.  990-1039 Salier (HRR) Römischer König (1024 in Mainz), Burgund (1033) Römisch-deutscher Kaiser (1027) Schließt Frieden mit Burgund; Italienfeldzüge
1039-1056  Heinrich III.  1017-1056 Salier (HRR) Römischer König (1039 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1046) Italienfeldzüge; mit einer neuen Kirchenpolitik machte er die Päpste unabhängig.
1053-1106  Heinrich IV. 1050-1106 Salier (HRR) Römischer König (1053 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1084) Bis 1065 drei Regenten; Konflikt mit Papst Gregor VII. mit Folge der Exkommunikation. Investiturstreit (1076-1122), daraufhin „Gang nach Canossa“ (1077) und drei Gegenkönige. Sachsenkrieg von 1073-1075. 
1077-1080  Rudolf von Rheinfelden -1080 Gegenkönig Gegenkönig (1077)    
1081-1088  Hermann von Salm -1088 Gegenkönig Gegenkönig (1081)    
1093-1101  Konrad -1101 Gegenkönig Gegenkönig (1093)    
1106-1125  Heinrich V. 1086-1125 Salier (HRR) Ab 1099 Mitkönig, dann Römischer König (1106 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1111) Lösung des Investiturstreits mit Papst Calixt II. (Wormser Konkordat von 1122).
1125-1137  Lothar III. 1075-1137 Supplinburger, Sachsen (HRR) Römischer König (1125 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1133) Staufen-Konflikt, Italienfeldzüge
1138-1254 STAUFER           
1138-1152  Konrad III. 1093-1152 Staufer (HRR) Erst Gegenkönig (1127-35), dann Römischer König (1138 in Aachen)   2. Kreuzzug (1147-49) endete als totaler Misserfolg; Konflikt mit Heinrich dem Stolzen (Welfen)
1147-1150  Heinrich (VI.) -1150 Staufer

Mitkönig

  Konrad III. wollte ihn als Nachfolger und machte ihn zum Mitkönig. Heinrich starb aber vor dem Vater.
1152-1190  Friedrich I. Barbarossa 1122-1190 Staufer (HRR) Römischer König (1152 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1155) Bringt von Kreuzzügen Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln (1164); Konflikt mit Heinrich dem Löwen und Kniefall von Chiavenna (1176); Niederlage in der Schlacht von Legnano gegen Lombarden (1176); Ertrinkt 1190 während des 3. Kreuzzuges.
1169-1197  Heinrich VI. 1165-1197 Staufer (HRR) Römischer König (1169 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1191) Frieden mit den Welfen (1194), Feldzug gegen Königreich Sizilien (1190/91) inkl. Eroberung (1195). Nahm Richard Löwenherz von 1192-94 gefangen.
1198-1208  Philipp von Schwaben 1177-1208 Staufer (HRR) Römischer König (1198 in Aachen)   Der 2. Sohn von Barbarossa teilte sich im „Deutschen Thronstreit“ (neben Otto IV) das Reich. Er wurde aber im Juni 1208 in Bamberg (nach der Hochzeitsfeier seiner Nichte) von Otto VIII. von Wittelsbach ermordet.
1198-1218  Otto IV. -1218 Welfen (HRR) Römischer König (1198) Römisch-deutscher Kaiser (1209) Der 3. Sohn von Heinrich dem Löwen war neben Philipp von Schwaben im sog. „Deutschen Thronstreit“ der 2. König. Nach Philipps Ermordung übernahm er die Alleinherrschaft (1208-1211).
1212-1250  Friedrich II. 1194-1250 Staufer (HRR) Römischer König (1212 in Frankfurt) Römisch-deutscher Kaiser (1220 in Mainz) Konnte nach der kurzen Übernahme der Welfen (Otto IV.) wieder die Macht über das Deutsche Reich übernehmen. Vereinte das Deutsche Reich, Kreuzzug 1228/29. Hatte Papst Innozenz IV. als mächtigen Gegner und wurde von diesem 1245 als Kaiser abgesetzt.
1222-1235  Heinrich (VII.)  1211-1242   Mitkönig   Sohn und Mitkönig von Friedrich II.; Entthronung und Gefangenschaft (1235) durch seinen Vater nach einem Zerwürfnis.
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1246-47  Heinrich Raspe IV. 1204-1247  Ludowinger Gegenkönig   Streit mit den Staufern und Gegenkönig zu Friedrich II. (nach dessen Absetzung durch Papst Innozenz IV.). Der „Pfaffenkönig“ (wie Heinrich Raspe bis ins 20. Jahrhundert bezeichnet wurde) war der letzte Ludowinger Herrscher. Er starb nach einem Scharmützel bei Reutlingen. 
1237-1254  Konrad IV. 1228-1254 Staufer (HRR) Römischer König   War bis 1250 Mitkönig seines Vaters und nach dessen Tod bis 1254 alleiniger König. Die Thronfolge wurde aber von Papst Innozenz IV. nicht anerkannt (> Interregnum)
1254-1273 INTERREGNUM           
1254-1256 Wilhelm von Holland  1228-1256 Gerulfinger (HRR) Römischer König (1254 in Aachen)   Der Gerulfinger war von 1248-1254 erst Gegenkönig zu Friedrich II. und Konrad IV. und nach dessen Tod Alleinherrscher. Starb im Krieg gegen die Friesen (1256).
1257-1272 Richard von Cornwall 1209-1272 Haus Plantagenêt Römischer König (1257 in Aachen)   Stammte aus dem Haus Plantagenêt und regierte (nach der Königs-Doppelwahl 1257) neben Alfons von Kastilien meist auf nicht-deutschem Boden.
1257-1275 Alfons X. 1255-1308 Kastilien und Leon  Gegenkönig (1257-75)   Wurde in der Doppelwahl von 1257 zum Gegenkönig gewählt. Betrat nie deutschen Boden.
1273-1291 Rudolph I. 1218-1291 Habsburger (HRR) Römischer König (1273 in Aachen)   Mit ihm endet das Interregnum (Zwischenkönigszeit). Besiegte Ottokar II. von Böhmen. Auftreten von „falschen Friedrichen“
1292-1298 Adolf von Nassau  ?-1298 Nassauer (HRR) Römischer König (1292 in Aachen)    Der Nassauer war ein sog. Grafenkönig. Ging 1294 mit England (Eduard I.) ein Bündnis gegen Frankreich ein. Starb in der Schlacht bei Göllheim.
1298-1308  Albrecht I. 1255-1308 Habsburger (HRR) Römischer König (1298 in Aachen)     Schloss Frieden mit Frankreich (Philipp IV. dem Schönen); wurde 1308 von seinem Neffen Johann von Schwaben ermordet.
1308-1438 LUXEMBURGER/ WITTELSBACHER           
1308-1313 Heinrich VII. 1278-1313 Luxemburger (HRR) Römischer König (1308 in Aachen)   Römisch-deutscher Kaiser (1312 in Rom)  
1314-1347 Ludwig IV. der Bayer 1282-1347 Wittelsbacher (HRR) Römischer König (1314 in Aachen)   Römisch-deutscher Kaiser (1328 in Rom) Nach dem Tod Heinrichs des VII. wurden zwei Könige gewählt, der Wittelsbacher Ludwig und der Habsburger Friedrich. Erst in der Schlacht von Mühldorf (1322) verlor Friedrich seine Macht.
1314-1330 Friedrich der Schöne 1289-1330   Gegenkönig (1314-1330)    
1346-1378 Karl IV.  1316-1378 Luxemburger (HRR) Römischer König (1346 in Aachen)  Römisch-deutscher Kaiser (1355 in Rom)  Erst Gegenkönig, ab 1346 anerkannter römisch-deutscher König. Verkündete die „Goldene Bulle“ (Grundgesetze des Heiligen Römischen Reiches)
1349  Günther v. Schwarzburg 1304-1349    Gegenkönig (1349)    Gegenkönig ohne Macht; Abdankung (1349) 
1378-1400 Wenzel 1361-1419 Luxemburger (HRR) Römischer König (1378 in Aachen)   Wurde wegen Untätigkeit abgesetzt (1400)
1400-1410  Ruprecht von der Pfalz 1352-1410 Wittelsbacher
(HRR)
Römischer König (1401 in Köln)   Kurzes Intermezzo eines Wittelsbachers. Ruprecht III. führte die Fürsten an, die Wenzel im August 1400 absetzten. Seine Wahl war umstritten, seine Macht war (auch finanziell) stark begrenzt. Er konnte sich aber gegen den „Marbacher Bund“ (1405-07), der ihn absetzen wollte, behaupten. 
1410-1411  Jobst von Mähren 1354-1411 Luxemburger (HRR) Römischer König (1410 in Köln)   Zwischen ihm und Sigismund fiel die Entscheidung knapp zu seinen Gunsten. Nur 3 Monate nach seiner Krönung starb er plötzlich (vermutlich durch Gift) und konnte daher sein Amt erst gar nicht ausüben. 
1411-1437  Sigismund 1368-1437 Luxemburger (HRR) Römischer König (1411 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1433 in Rom)  Profitierte vom Tod seines Vetters Jobst und wurde König. Er konnte eine Kirchenspaltung durch das „Konzil von Konstanz“ (1414-18) abwenden; Hussitenkriege (1419-1434)
1438-1806 HABSBURGER           
1438-1439  Albrecht II. 1397-1439 Habsburger (HRR) Römischer König (1438)   Zog nur ein Jahr nach seiner Wahl in den Kampf gegen die Türken und starb in dieser Zeit an der Ruhr (Dysenterie).
1440-1493  Friedrich III. 1415-1493 Habsburger (HRR) Römischer König (1440 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1453 in Rom)  Herrschte zwar unter allen römisch-deutsche Könige die längste Zeit (53 Jahre), war aber nur wenige Jahre im Land zugegen. Durch diese ständige Abwesenheit und Untätigkeit zerfiel das Reich in Streitigkeiten. Er war der letzte Kaiser, der in Rom gekrönt wurde.
1493-1519 Maximilian I. 1459-1519 Habsburger (HRR) Römischer König (1493 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1508) Erster Kaiser ohne Krönung; er führte eine Reichsreform durch und zog gegen Italien in den Krieg. Durch die Allianz mit Spanien fühlte sich Frankreich von allen Seiten bedroht (sog. habsburgisch-französischer Gegensatz, der letztendlich zum 30-jährigen Krieg führte).
1519-1558  Karl V. 1500-1558 Habsburger (HRR) Römischer König (1519 in Aachen) Römisch-deutscher Kaiser (1530 in Bologna) Letzter römisch-deutscher Kaiser, der von einem Papst gekrönt wurde; er führte Krieg gegen Frankreich, die Osmanen und gegen die Liga von Cognac (1526-30), welcher erst durch den sog. „Damenfrieden“ beendet wurde. Im eigenen Reich Religionskonflikte in der Reformationszeit; verzichtete 1556 zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron. Trat 1556 von allen Ämtern zurück und starb 2 Jahre später an Malaria.
1531-1564 Ferdinand I. 1503-1564 Habsburger (HRR) Römischer (Mit)König, 1531 in Köln) Römisch-deutscher Kaiser (1558) Regierte zeitweise (1531-1556) mit seinem Bruder Karl V., später (1556-1564) auch alleine. „Verbrüderte“ sich mit Karl V. und kämpfte gegen protestantische Fürsten im sog. Schmalkaldischen Krieg (1546/47).
1562-1576  Maximilian II. 1527-1576 Habsburger (HRR) Römischer König (1562 in Frankfurt)  Römisch-deutscher Kaiser (1564) Obwohl 2 Jahre zuvor zum König gekrönt, übernahm er erst nach dem Tod Ferdinands 1564 die Macht. Führte Krieg gegen die Türken und beendete diesen mit dem Frieden von Adrianopel (1568) . 
1575-1612  Rudolf II. 1552-1612 Habsburger (HRR) Römischer König (1575 in Regensburg)   Römisch-deutscher Kaiser (1576) Förderer von Kunst und Wissenschaft, ansonsten eher ein schwacher, regierungsunfähiger König.
1611-1619  Matthias 1557-1619 Habsburger (HRR) Römischer König (1611 in Frankfurt)   Römisch-deutscher Kaiser (1612) Sein Kanzler Melchior Kblesl (1552-1630) bestimmte den politischen Kurs. Am Ende seiner Amtszeit begann der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). 
1619-1637  Ferdinand II. 1578-1637 Habsburger (HRR) Römischer König (1619 in Frankfurt) Römisch-deutscher Kaiser (1619) Der böhmische Aufstand gegen ihn führte zum Prager Fenstersturz und damit zum Beginn des 30-jährigen Krieges. Er nutze das Beratungsgremium „Geheimer Rat“ zur Unterstützung seiner Amtsgeschäfte .
1636-1657  Ferdinand III. 1608-1657 Habsburger (HRR) Römischer König (1636 in Regensburg)  Römisch-deutscher Kaiser (1636) Nach der Niederlage in der Schlacht von Breitenfeld (1642), ebnete er den Weg zum sog. „Westfälischen Frieden“ (1648), der das Ende des 30-jährigen Krieges besiegelte. Ferdinand III. war außerdem Komponist.
1653-54  Ferdinand IV. 1633-1654 Habsburger Römischer Mitkönig (1653-54)   Starb mit 21 an Pocken 
1658-1705  Leopold I. 1640-1705 Habsburger (HRR) Römischer König (1658 in Frankfurt)   Römisch-deutscher Kaiser (1658) Als Gegenspieler zum franz. Sonnenkönig Ludwig XIV. regierten anfangs seine Minister Auersperg und Lobkowitz. Ab 1674 bestimmte er selbst die Politik und führte Krieg gegen Frankreich und die Türken.
1705-1711  Joseph I. 1678-1711 Habsburger (HRR) Römischer König (1705 in Augsburg)   Römisch-deutscher Kaiser (1705) Seine 6-jährigen Regierungszeit wurde vom span. Erbfolgekrieg (1701-1714) bestimmt. Frankreich konnte mit Philipp V. schließlich einen Nachfolger des kinderlos verstorbenen Karl II. bestimmen. Die Habsburger wollten jedoch Karl VI. als Nachfolger einsetzen.
1711-1740  Karl VI. 1685-1740 Habsburger (HRR) Römischer König (1711 in Frankfurt)  Römisch-deutscher Kaiser (1711) Der im spanischen Erbfolgekrieg Unterlegene folgte nach dem Tod seines Bruders Joseph I. auf den Thron. Er verfolgte Roma, vertrieb Juden, führte Krieg gegen die Türken und dehnte das Reich der Habsburger weiter aus. Er hatte keine Söhne, daher übernahm Tochter Maria Theresia und ihr Gatte Franz I. in Österreich-Ungarn die Macht.
1742-1745  Karl VII. 1697-1745 Wittelsbacher
(HRR)
Römischer König (1742 in Frankfurt)  Römisch-deutscher Kaiser (1742) Wurde trotz Gegenwehr (Österr. Erbfolgekrieg) von Maria Theresia und Preußenkönig Friedrich II. (der „Alte Fritz“) zum König und Kaiser gekrönt, war aber krank und starb nur 3 Jahre später.
1745-1765  Franz I. (Stephan v. Lothringen) 1708-1765 Habsburg-Lothringer (HRR) Römischer König (1745 in Frankfurt)   Römisch-deutscher Kaiser (1745) Nach der Heirat mit Maria Theresia (1736) und dem Tod ihres Vaters Karl VI. wurde er 1740 zunächst habsburgischer Mitregent. Führte das Land 1756 in den Siebenjährigen Krieg gegen Preußen. 
1745-1780  Maria Theresia 1717-1780 Habsburg-Lothringer Mitregentin (ab 1745)   Sie führte die Geschäfte und prägte die Politik, während ihr Mann (Franz I.) sich für Naturwissenschaften interessierte. Offiziell war sie keine Kaiserin, wurde aber vom Volk als solche tituliert.
1764-1790  Joseph II. 1741-1790 Habsburg-Lothringer (HRR) Römischer König (1764 in Frankfurt)  Römisch-deutscher Kaiser (1765) In den ersten Jahren prägte weiterhin seine Mutter Maria Theresia die Politik. Er war aber oft konträrer Meinung zu ihren traditionellen Ansichten. Er sah sich als Aufklärer und führte (oft ungeschickt) Reformen z.B. die Aufhebung der Leibeigenschaft, wodurch er als „Befreier der Bauern“ gilt. In seine Zeit fiel die Französische Revolution 1789.
1790-1792 Leopold II. 1747-1792 Habsburg-Lothringer (HRR) Römischer König (1790 in Frankfurt) Römisch-deutscher Kaiser (1790) Der jüngere Bruder von Joseph II. hatte nur 2 Regierungsjahre, in denen er versuchte, die Unruhen auf Grund der (rabiaten) Reformen seines Bruders zu besänftigen. 
1792-1806 Franz II. 1768-1835 Habsburg-Lothringer (HRR) Römischer König (1792 in Frankfurt)  Römisch-deutscher Kaiser (1792 bis zur Abdankung 1806) Führte gemeinsam mit Preußen drei Koalitionskriege gegen Napoleon. Folge: Abdankung (1806) und Ende des „Heiligen Römischen Reichs“ (HRR). Einziger Doppelkaiser in der Geschichte. (röm.-dt. Kaiser + Kaiser von Österreich als Franz I.)
1806-1871 DEUTSCHER VERBUND   Eine Zeit ohne deutsche Könige oder Kaiser.     Napoleon hinterlässt auf deutschem Boden einen Flickenteppich von Ländern, die sich im Wiener Kongress zum so.g deutschen Verbund zusammenschließen. Die erste Demokratie der Deutschen wurde im Jahre 1848 mit Unterzeichnung der Verfassung in der Frankfurter Paulskirche beschlossen. Der Verbund endete mit dem Französischen Krieg (1870-71).
1871-1918 HOHENZOLLERN           
1871-1888  Wilhelm I. 1797-1888 Hohenzollern König von Preußen (1861 in Königsberg)  1. Deutscher Kaiser (1871) Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870-71) rief er sich im Spiegelsaal von Versailles zum 1. Deutschen Kaiser aus. Wilhelm I. hatte ständig Streit mit Otto von Bismarck, der als Kanzler die Politik des Deutschen Reiches bestimmte. Er überlebte 4 Attentatsversuche, starb fast 91-jährig im Drei-Kaiser-Jahr am 9. März 1888.
1888  Friedrich III. 1831-1888 Hohenzollern König von Preußen (1888)  2. Deutscher Kaiser (9. März 1888) War nur 99 Tage lang Deutscher Kaiser – und starb schwer krank am 15. Juni 1888.
1888-1918  Wilhelm II. 1859-1941 Hohenzollern König von Preußen (1888)  3. Deutscher Kaiser (15. Juni 1888) Er entließ 1890 den „Eisernen Kanzler“ Otto von Bismarck. Sein Ziel war es, das Deutsche Reich zu stärken und als Weltmacht zu etablieren. Daher forcierte er die militärische Aufrüstung sowie die Gewinnung von Kolonien in Afrika und Südsee. 1914 führte er das Land in den 1. Weltkrieg und verlor nach der Novemberrevolution am 9.11.1918 den Kaisertitel. Von 1920 bis 1941 lebte er im Exil in Holland. Mit ihm endet die Zeit der deutsche Könige und Kaiser.

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Deutsche Könige und Kaiser in der Geschichte